Misslungene Capitals-Generalprobe | Alligators Nord-Meister
Es war der letzte Test für die Bonn Capitals gegen einen der Großen aus der 1. Baseball Bundesliga Nord um sich auf das anstehende Viertelfinale gegen die Heidenheim Heideköpfe vorzubereiten. Und dieser Test ging gründlich daneben. Der Gegner aus Solingen, auf der Bonner Homepage als Sparringspartner tituliert, nahm diese beiden Spiele ernster als gedacht. Galt es doch für die Alligators, die Nord-Meisterschaft schon im ersten Spiel unter Dach und Fach zu bringen.
Das Spiel begann für die Bonner unter denkbar ungünstigen Umständen. Catcher Jon Marshall musste am Donnerstag nach dem Training ins Krankenhaus eingeliefert werden. Zwar war er gegen die Solinger wieder auf dem Platz, an einen Einsatz war jedoch nicht zu denken. So musste das Infield komplett umgestellt werden: Starting Shortstop Lennart Weller übernahm die Catcher Position, Eddie Stommel spielte Shortstop und aus der 2. Mannschaft rückte Sven Seele auf die Position des 2nd Baseman vor.
Ob es an diesen Umstellungen lag oder an der nicht sattelfesten Defense um Starting-Pitcher Tim Henkenjohan. Diese fand von Anfang an nicht in ihr Spiel. Erster Pitch, erster Hit, erster Error statt des sicheren Aus.
Als Außenstehender hat man den Eindruck, dass Honk dann Probleme bekommt, wenn die Defense die sicheren Aus nicht macht. Es dauert dann eine Weile, bis Tim Henkenjohan seinen eigenen Rhythmus findet. Gegen Solingen genau ein Inning. Walks, Passed Balls, Hits und schon stand es 5:0 im ersten Inning für die Alligators. Erst im zweiten Inning fing sich sowohl Tim Henkenjohan als auch die Defense und ließ nur noch einen Punkt zum 6:0 zu.
In den nächsten drei Innings konnten die Solinger aus Sicht der Bonner scoreless gehalten werden. Die Bonner erzielten ihrerseits jeweils einen Punkt im vierten und fünften Inning zum 6:2, unter anderem durch einen Homerun von Ernie Nsien.
Nach einem Pitcherwechsel (Jacob für Henkenjohan) konnten die Solinger durch schöne Hits auf 9:2 davonziehen während sich die Bonner Offensive gegen den sehr gut aufgelegten André Hughes noch immer schwer tat.
Im siebten Inning erhöhten die Solinger durch einen Monster Homerun von Robin Drache sogar auf 10:2 und alle Zuschauer rechneten schon mit dem vorzeitigen Ende nach der 10-Run-Rule, zumal der eingewechselte Jens Cornelsen mit drei Blitz-Aus kurzen Prozess mit den Bonnern machte.
Im achten Inning wurde die Bonner Battery durchgewechselt. Auf dem Mound kam Eddie Stommel, der 15-jährige Rufio Schulz übernahm die Position des Catchers und kam zu seinem Bundesligadebüt.
Überhaupt war es das Wochenende der “Young Guns”. Neben Rufio Schulz feierten der Mannheimer LeRoy Ewart (16) und der Dortmunder Michael Altenscheidt (15) ihre Bundesligadebüts auf dem Mound.
Zwar konnten die Solinger durch einen Wild Pitch auf 11:2 erhöhen, aber im Nachschlag des achten Innings zeigte die Bonner Offense zum ersten Mal, was sie wirklich kann. Der im Inning zuvor noch so sichere Jens Cornelsen wackelte bedenklich, Basehits (2 RBI Hit Jesse LaCasse), Hit by Pitches, Bases Loaded Walk (Rufio Schulz in seinem 1. Bundesliga At Bat) brachten 5 Punkte für die Bonner. Aber bevor Ernie Nsien wieder an den Schlag kam und vielleicht für eine kleine Sensation hätte sorgen können, wurde der Batter vor ihm per Strikout zum dritten Aus zurück ins Dogout geschickt. Enstand 11:7 für Solingen.
Die Geschichte des zweiten Spiels ist schnell erzählt.
Was sich im ersten Inning zuerst als Pitcherduell zwischen Bryce Schoening und Josh Rickards andeutete, wurde schnell zu einer einseitigen und eher langweiligen Angelegenheit. Nach einer 1:0 Führung im zweiten Inning für die Solinger kam eine 60 minütige Regenunterbrechung, die vom Pitcher der Solinger besser verkraftet wurde als von Bryce Schoening.
Die Solinger zeigten ihre Schlagstärke und erzielten Hit um Hit, Run um Run und führten nach fünf Innings mit 7:1, ehe Max Schmitz im 6. Inning den Mound übernahm. Das Spiel plätscherte vor sich hin, der Nachmittag neigte sich dem Abend zu, die Solinger scorten noch drei Runs durch einige Hits und die Bonner kamen weder auf Josh Rickards noch auf Dominik Wulf klar. Endstand 10:2 für Solingen.
Fazit:
Solingen ist für die Playoffs gerüstet. Bonn musste feststellen, dass sowohl Solingen als auch Paderborn noch eine Nummer zu groß sind. Eine Überraschung gegen Heidenheim kann nur dann gelingen kann, wenn die Mannschaft komplett ist, alle auf höchstem Niveau spielen und Fehler minimiert werden.








