Solingen Alligators: Offener Brief an den DBV
Am heutigen Mittwoch haben wir – Baseball-Deutschland.de – einen offenen Brief der Solingen Alligators erhalten, der an die Adresse des DBV gerichtet wurde. Wir wollen hiermit unserer – wie wir es sehen – Pflicht nachkommen, als unabhängiges Medium vorurteilsfrei und ohne Wertung Meldungen um den Deutschen Baseball zu veröffentlichen.
Wir möchten jedoch noch einmal explizit darauf hinweisen, dass wir allen Beteiligten um diesen Sachverhalt die Möglichkeit geben, sich eben zu dieser Sache zu äußern. Gerne veröffentlichen wir dann auch die Ausführungen der anderen Beteiligten.
Sehr geehrter Herr DBV Präsident Hartmann,
sehr geehrter Herr DBV Vizepräsident Elsishans,
meine Damen und Herren,
als Vorsitzender der Solingen Alligators und Sprecher der
Bundesligavereine der Bundesliga Nord möchte ich Ihnen hiermit noch einmal
in aller Deutlichkeit mitteilen, dass die Solingen Alligators einer
Verlegung der Nachholspiele gegen die Pulheim Gophers nach Dortmund
widersprechen. In einer noch nie dagewesenen Aktion raubt die Ligaleitende
Stelle den Solingen Alligators zwei Heimspiele.
Wir fassen die Vorgänge der letzten 2 Tage noch einmal aus unserer Sicht
zusammen:
Nachdem die Spiele am vergangen Sonntag gegen Pulheim wegen Regens
ausgefallen sind, wurde am Montag Vormittag zwischen der Ligaleitenden
Stelle, Herrn Hoffmann, und unserem Spielbetriebsleiter, Herrn Götze,
vereinbart, dass die Nachholspiele am Mittwoch und Donnerstag, jeweils um
18.30h, in Solingen ausgetragen werden. Entsprechende Ankündigungen wurden
auf unserer Homepage veröffentlicht, und an die Presse gegeben (vgl.
Rheinische Post, Solinger Tageblatt, mister-baseball.com,
baseball-deutschland.de).
Am Monatg Abend verfasste die Ligaleitende Stelle eine EMail an die
Dortmund Wanderers, ob der dortige Platz zur Verfügung stehen würde. In
der Email heißt es ausdrücklich an die Solingen Alligators: “Würdet ihr
das mitmachen?”
Am Dienstag gegen 13.00h teilten die Dortmunder mit, dass der Platz zur
Verfügung stehen würde, jedoch unter dem Vorbehalt, dass “eine endgültige
Verlegung des Spielorts nach Dortmund von der Zusage beider Teams abhängig
gemacht wird”. Um 13.51h widersprachen die Solingen Alligators der
Verlegung.
Am Dienstag um 17.15h, gerade einmal 26 Stunden vor Beginn der ersten
Partie, erhielten wir eine Email des DBV, dass die Ligaleitende Stelle
nunmehr bestimmt, dass die Nachholspiele der Alligators gegen Pulheim in
Dortmund ausgetragen werden. Geradezu ein Schlag ins Gesicht der
Alligators ist dabei der letzte Satz der Ligaleitenden Stelle, in der “den
Alligators für die Flexibilität gedankt wird”.
Wie uns die Dortmund Wanderers am Dienstag Abend berichteten, behauptete
die Ligaleitenden Stelle den Dortmund Wanderers gegenüber, die Alligators
hätten der Verlegung zugestimmt. Diese Behauptung ist unwahr.
Dabei ist auch die von der Ligaleitende Stelle vorgebrachte Argumentation,
die Spiele könnten in Solingen mangels Flutlicht nicht durchgeführt
werden, nicht nachvollziehbar. Auch in Dortmund muss das Flutlicht um 22
Uhr ausgestellt werden, so dass nach der Ansetzung des Spiels um 19.30h
für das Spiel max. 2 1/2 Stunden zur Verfügung stehen. Mit einem
Spielbeginn um 18.30h in Solingen wäre u.E. auch eine Spieldauer von 2 1/2
Stunden möglich, Sonnenuntergang ist um 20.51h (Auskunft des Wetteramtes).
Als Alternative haben wir einen Spielbeginn um 18.ooh angeboten, was aber
von der Ligaleitenden Stelle “mit Rücksicht auf die Pulheim Goophers”
abgelehnt wurde. Eine Argumentation, die angesicht der zusätzlichen
Fahrzeit von Solingen nach Dortmund von ca. 1 Stunde im Abendverkehr nicht
nachvollziehbar ist. Wer um 19.00h in Dortmund sein will, der kann auch um
18.00h in Solingen sein.
Die Ligaleitende Stelle hat unseres Erachtens auch mit dieser einseitigen
Entscheidung ihre Kompetenzen überschritten, denn Ziffer 11.05.1 der
Bundesspielordnung legt eindeutig fest, dass von der Ligaleitenden Stelle
nur ein neuer Spieltermin festgesetzt werden kann, nicht aber ein neuer
Spielort. Im Übrigen sieht Ziffer 11.2.05 der Bundesspielordnung vor,
dass, wenn sich die Vereine über den Spieltermin einigen können, der neue
Spieltermin spätestens 3 Tage vor dem neuen Termin festzusetzen ist. Auch
11.2.05 erteilt der Ligaleitenden Stelle ausschließlich die Kompetenz, den
Spieltermin neu festzusetzen, nicht aber den Spielort.
Den Alligators entgehen durch die Entscheidung des DBV nicht nur die
Eintritts- und Cateringeinnahmen (zzgl. Rückerstattungsansprüche der Karteninhaber vom vergangenen Sonntag), die für die Finanzierung des
Spielbetriebes absolut notwendig sind, auch die Sponsoren der Alligators
haben einen Anspruch auf Durchführung der werbeträchtigen Heimspiele. Dass
die Alligators auch bei Abendspielen durchaus einen regen
Zuschauerzuspruch haben, haben sie zuletzt beim CEB Cup bewiesen.
Der Vorstand der Solingen Alligators hat sich in seiner gestrigen Sitzung entschieden, aus
Verbundenheit mit unseren Hamburger Freunden, die einen Anspruch darauf
haben, dass die Solingen Alligators auch bei für sie unbedeutenden
Nachholspielen ihr Bestes geben, die Spiele auszutragen.
Wir gehen jedoch davon aus und erwarten, dass der DBV den Solingen
Alligators nicht nur die durch die Verlegung entstehenden Mehrkosten
(Flutlicht, Schiedsrichter, Scorer, Fahrtkosten einschließlich Mietwagen)
erstattet, sondern auch für die entgangen Einnahmen (Eintritts- und
Cateringeinnahmen, Ausfall von Sponsorengeldern) aufkommt. Eine
entsprechende Rechung werden wir dem DBV in der kommenden Woche zukommen
lassen.
Als Anlage fügen wir die zwischen dem DBV, den Solingen Alligators und den
Dortmund Wanderers gewechselte Korrespondenz bei. Eine Kopie dieses
offenen Briefes haben wir den oben genannten Medien zur Verfügung
gestellt.
Mit sportlichen Grüßen
Lutz Träbert
1. Vorsitzender
Solingen Alligators
Wir verzichten aus datenschutz-rechtlichen Gründen mit voller Absicht darauf, die angesprochenen pdf-Anhänge dieses offenen Briefes zu veröffentlichen. Wir – als unabhängiger Beobachter dieses Sachverhaltes – können jedoch sagen, dass sich die Aussagen der Solingen Alligators in ihrem offenen Brief in den pdf-Dokumenten wiederfinden.







