Walk Off Win für die Stealers im siebten Inning

HSV Stealers vs. Berlin SluggersDas erste Spiel startete gut für die Sluggers, denn Lead-Off Batter Benjamin Kleiner schlug gleich den dritten Pitch für einen triple gegen den Right-Centerfield-Zaun. Coorays folgender Single brachte Kleiner zur 1:0 Führung nach Hause. Damit waren die Offense-Bemühungen der Sluggers aber auch schon beendet und Stefan Kruse, Pitcher der Stealers, konnte ohne weitere Runs aus dem ersten Inning gelangen.
Auf dem Hügel (Pitcherposition) der Sluggers sollte Christian Pfeiffer seine Ex-Hamburger-Spielfreunde unter Kontrolle halten. Im ersten Inning konnten die aber gleich zwei Mal Punkten: Single Rößner, Single de Vos, base on balls für Maat und die bases waren geladen. RBI Single durch Kruse zum 1:1. Es folgte ein walk für D. Harms zum 2:1 für die Stealers. Pfeiffer zeigte ungewöhnliche Konzentrationsschwächen gegen die Stealers, die er aber später in den Griff bekam.

„Rain Delay Part 1“: Es regnete und der Platz stand schnell unter Wasser, die Spieler verkrochen sich in den Dugouts und die ca. 50 Fans der Stealers öffneten Pavillionzelte + Schirme. Nachdem der Platz von den Rookies wieder hergerichtet wurde, waren alle wieder am Start. Erwähnenswert: Der sehr gute Stadionsprecher der Stealers, der das ganze Spiel im MLB-Style kommentierte.

Im dritten Inning waren die Sluggers wieder in Gefahr: Bei einem Aus wurde Stolte von einem Wurf Pfeiffers am Knie getroffen, es folgte D. Harms mit einem single und Hans Richter mit einem Walk. Bei bases loaded, einem Aus und Krampitz am Schlag folgte ein wild pitch von Pfeiffer und Stolte scorte zum 3:1 aus Stealers-Sicht. Pfeiffer kam aber wieder ohne weitere Probleme aus dem Inning, als er Krampitz per Strikeout auf die Bank schickte und Eric Harms’ langer Schlag ins leftfield aus der Luft gefangen wurde.

Die Sluggers sorgten für den Anschluss im 5. Inning. Bei bases loaded und einem Aus kam Kevin Cooray an den Schlag und löffelte den Ball zum rightfielder, der den Ball aus der Luft fing aber nicht verhindern konnte, dass Ramon Veisz vom dritten Base per tag up nach Hause lief. Nur noch 2:3 aus Sluggers-Sicht. Mittlerweile wurde das Wetter auch immer schlechter und es regnete aus allen Kübeln: „Rain Delay Part II“. Nachdem die Hamburger mit ihrer Schwammwalze den Platz wieder spielbar gemacht hatten (good job!), ging Pfeiffer noch einmal für die Sluggers raus auf den Hügel. Wieder war es Stolte, der den Stealers zu einem weiterem Punkt verhalf. Stolte schlug einen Ball hart ins leftfield, erreichte aber nur die erste Base. Daniel Harms harter Schlag wurde vom rightfielder Steven Wolburg lässig aus der Luft gefangen, erstes Aus. Stolte klaute sich das zweite Base während Richter am Schlag stand. Richter schlug einen Texas Leaguer zwischen infield und outfield, der Stolte zum dritten Base brachte. Krampitz knüppelte einen line-drive zu Ramon Veisz der den Ball aus der Luft fing, zweites Aus. Eric Harms am Schlag, Läufer auf dem ersten und dritten Base. Harms ballerte den Ball hart ins Outfield, so dass Stolte den Punkt zum 2:4 machte. Doch Pfeiffer kam wieder aus dem Inning heraus, ohne weitere Punkte in Kauf zu nehmen.

In der Offense sorgten die Sluggers jetzt für ein bisschen mehr Punkte: Pedley kam per single auf Base, Stiller folgte mit einem walk, Steven Wolburg wurde von einem Pitch getroffen. Bei bases loaded und keinem Aus schlug Nils Brochwitz einen single, der Stiller und Pedley scorte, neuer Spielstand 4:4. In den nächsten Spielzügen machten die Sluggers einige entscheidende Fehler hintereinander: Ein squeeze-play misslang (erster Fehler) und somit waren Steven Wolburg (Runner von 3) und Ramon Veisz, der den Ball direkt in den Handschuh des 2.nd Baseman schlug aus. Als Jeffrey Wolburg, mit Nils Brochwitz als Runner auf dem 2. Base, einen infield-single schlug, machte 3rd Basecoach Kleiner den zweiten Fehler, als er Brochwitz nach Hause schickte. Im folgenden run down wurde Brochwitz vom Catcher Harms ausgetagged. Das sechste Inning war beendet und die Sluggers schafften „nur“ den Ausgleich zum 4:4. Der neu eingewechselte Pitcher Oliver Knaack zeigte keine Nerven, als er im 6. Inning bei zwei Aus und bases loaded nach einem 3-0 Count doch noch per strikeout das Inning beendete.

7. Inning: Kleiner kommt per Single auf Base. Cooray folgt durch einen hit by pitch. Bei keinem Aus und Läufer auf dem ersten und zweiten Base passierte dann das, was sich jeder Pitcher nur wünscht: Kruses Wurf wird von Jakob Buttgereit satt getroffen, leider direkt in den Handschuh des 2nd Baseman. Der wirft den Ball zum 1st base, wo Cooray zu viel Abstand genommen hatte, zwei Aus. Glück im Unglück, dass Nat Pedley, der nächste Schlagmann der Sluggers, mit seinem Texas Leaguer Kleiner zum 5:4 der Sluggers nach Hause schlägt. Die Sluggers können aber keine weiteren Punkte machen. In der unteren Hälfte des 7. Innings hat das Heimteam die Chance, alles wieder gut zu machen. Knaack auf dem Hügel beginnt das 7. Inning stark mit einem strikeout gegen Eric Harms. Es folgte ein Single für Rößner. Der harte Schlag von de Vos ins tiefe Center Field wurde von Jeffrey Wolburg weggeangelt, damit waren die Sluggers nur noch ein Aus vom Sieg entfernt. Es folgte ein gewollter walk für den australischen Nationalspieler Pat Maat. Doch die Rechnung geht nicht auf, da Kruse einen outside-curveball perfekt trifft und den Ball ins Right-Centerfield schlägt. Beide Läufer scoren zum 6:5 für die Stealers. Ball game.

Team 1 2 3 4 5 6 7 R H E
Berlin Sluggers 1 0 0 0 1 2 1 5 10 2
HSV Stealers 2 0 1 0 1 0 2 6 10 2

4 Innings – 24 Runs – Cycle von B.Kleiner

Nachdem die Sluggers Spiel 1 auf dramatische Art und Weise und einer Spielzeit von über 4 Stunden verloren hatten, musste ein Sieg im zweiten Spiel her, um das Minimalziel zu erreichen. Schließlich sollte die Tabellenführung nicht auf ein Spiel Vorsprung gegenüber den Challlengers zusammenschrumpfen.

Nach kurzer Beratung mit seinen Spielern entschied sich Coach Kleiner dafür, dem Reliever des ersten Spiels, Oliver Knaack, den Ball erneut anzuvertrauen. Dessen lapidarer Kommentar: „Das ist wie bei einem Autorennen. Wenn man einen Unfall hatte, sollte man möglichst schnell wieder zurück hinters Steuer. Wenn ich jetzt Zeit hätte, bis zum nächsten Wochenende über die Niederlage nachzudenken, wird es auch nicht besser.“

Während die Sluggers-Offense im ersten Spiel nie richtig in Gang kam, lief es im zweiten Durchgang von Beginn an besser. 2 Runs im ersten Inning, 10 im zweiten und nochmals zehn im dritten Inning – Run support, von dem jeder Pitcher nur träumt. Entsprechend leicht kam Oliver Knaack (3-2) durch die Lineup der Hamburger, gab nur 4 Hits (3BB) ab.

Herausragend: Benjamin Kleiner, der das Kunststück schaffte einen Cycle zu schlagen: Dem Single folgte ein Double, darauf setzte er ein 3-Punkte-HR über den Leftfieldzaun. Es folgte ein weiterer Single und im letzten at bat tatsächlich der Triple, der ihm in seiner Sammlung noch fehlte. 5 für 5 mit 7 RBIs – mehr geht nicht. Doch auch die restlichen Sluggers schlugen erfolgreich zu. Steve Wolburg sammelte RBIs (5) wie andere Briefmarken. Jakob Buttgereit (2 for 2, 3BB) scorte vier Runs. Jeder Berliner hatte im zweiten Spiel mindestens einen Hit.

Die größte Bedrohung war – das Wetter. Praktisch vom ersten Pitch hatten beide Teams mit der hohen Luftfeuchtigkeit zu kämpfen. Mehrere Unterbrechungen sowie die langen Offensiven der Sluggers führten zu einem zweiten Marathonspiel. Hinzu kam, dass die Stealers in Laufe des Spiels vier Pitcher einsetzten, um das sich abzeichnende Desaster halbwegs erträglich zu gestalten.

Für die Berliner ging der Blick immer wieder gen Himmel und zur Anzeigentafel. Allen Beteiligten war klar: Ein längerer Regenschauer vor Beendigung des vierten Innings würde rainout bedeuten. Ein bitterer Gedanke, schließlich lag man weit in Führung. Wäre das Spiel abgebrochen worden, hätte man erneut nach Hamburg fahren müssen und das Spiel wäre bei 0:0 wieder angefangen. Doch gegen 19.30 Uhr war das vierte Inning geschafft.

Unter widrigen Bedingungen, die beide Teams sowie die Schiedsrichter zu einem vernünftigen Ergebnis kommen ließen: Spielabbruch, da auf dem mittlerweile völlig morastigen und durchgeweichten Platz ein Spiel nur noch als gesundheitsgefährdend zu bezeichnen war.

24:2 das Endergebnis, dass die Sluggers mit insgesamt 19 Hits in nur vier Innings erreichten.

Team 1 2 3 4 5 6 7 R H E
Berlin Sluggers 2 10 10 2 24 19 2
HSV Stealers 0 1 0 1 2 4

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