Berlin Sluggers weiterhin Tabellenführer

Berlin Sluggers vs. Hamburg KnightsDrei lautet die magische Zahl für die Sluggers: Durch zwei dramatische Siege (7:6, 6:5) gegen den Tabellendritten Hamburg Knights bleiben die Berliner weiter auf Platz 1 in der 2. Bundesliga. Somit fehlen noch drei Siege aus den letzten beiden Doubleheadern (in Bremen und bei den Challengers) und die Meisterschaft wäre perfekt. Doch der Doppelerfolg musste teuer bezahlt werden. Steven Wolburg (Schulter) und Walter Sacasa (Knöchel) verletzten sich schwer und dürften den Rest der Saison ausfallen.

Spiel 1

Die Spieler staunten nicht schlecht, als sie um 10.30 Uhr am Platz eintrafen und auf dem Feld ein Spiel der Sluggers-Jugend ausgetragen wurde, dass nicht verlegt werden konnte. Der Nachwuchs siegte übrigens auch, Glückwunsch. Die übliche Vorbereitung mit einem Pregame fiel damit praktisch aus, weil die Jugend bis 12 Uhr den Platz brauchte. Doch auch davon ließ sich das Team um Coach Benjamin Kleiner zunächst nicht aus der Ruhe bringen. Konsequent wurde die Startschwierigkeiten des Knights-Pitchers Sascha Otte ausgenutzt, der im ersten Innings Walks für Cooray, Buttgereit und Veisz verteilte. Steven Wolburg mit einem Single, Nat Pedley mit einem Opferschlag und ein passed ball bedeuteten eine 3:0-Führung für Pitcher Christian Pfeiffer (7-0).

Nach gutem Beginn geriet der Berliner im 2. Inning unter Druck und musste den Ausgleich zum 3:3 hinnehmen. Die Gäste gingen im vierten Inning durch Philipp Goetzke sogar mit 4:3 in Führung. Dagegen verstummten die Schläger der Sluggers komplett. Nach dem Single von Wolburg gelang in den folgenden 20 at bats nur ein einziger, bedeutungsloser Hit. Offensichtlich machte sich doch das ausgefallene Schlagtraining unmittelbar vor dem Spiel bemerkbar.

Erst im 6. Inning gelang Roland Stiller, der bezeichnenderweise durch einen Walk aufs erste Base kam, der vielumjubelte Ausgleich: Bei bases loaded wurde Benjamin Kleiner abgeworfen, Stiller kam nach Hause. Leider schlug Kevin Cooray danach ins double-play und das Inning, das so vielversprechend begonnen hatte, war beendet. Dagegen machte Christian Pfeiffer einen tadellosen Job auf dem Hügel und ließ in den Innings 5, 6 und 7 nur einen Baseläufer zu, der jedoch durch ein Doubleplay das 2. Base nicht erreichte.

Tragisch jedoch die erneute Verletzung von Outfielder Steven Wolburg: Ein kurzen Flyball von Marcus Neumann erreichte er nur durch einen Hechtsprung und kugelte sich dabei erneut die lädierte Schulter aus. „Als ich mich zum Springen entschloss, wusste ich, dass die Schulter kaputt gehen würde“, sagte ein erstaunlich gefasst wirkender Wolburg nach dem Spiel. Bereits zwei Mal war er in den letzten zwei Jahren an der Schulter operiert worden und spielte bisher ein tadelloses Jahr. Doch mit der Aktion war für ihn die Saison gelaufen. Für ihn kam Nils Brochwitz ins Spiel.

Somit stand es 4:4 nach sieben Innings und die Verlängerung musste entscheiden: Leadoff Mario Wodniok schlug zum Sluggers-Shortstop Pedley, sicherer Wurf zum 1. Base, erstes Aus. Nach einem Walk für Timm Max und einem Single von Marcus Neumann gelang Pfeiffer gegen Daniel Rosien sein einziges Strikeout des Tages – perfektes Timing für das zweite Aus. Doch noch waren die Sluggers nicht raus aus dem Inning: Pedro Carela-Reyes schlug einen Grounder direkt zum 2nd Baseman Ramon Veisz – der den Ball nicht unter Kontrolle bekam. Timm Max lief über das dritte Base zur 5:4-Führung für die Knights nach Hause, Marcus Neumann erreichte das dritte Base. Es folgte ein Walk für Goetzke. Bei seinem Steal Richtung zwei, warf Catcher Cooray den Ball zum 2nd-Baseman Veisz. Dessen Wurf zurück kam zu ungenau, so dass Neumann zum 6:4 für die Knights punktete. Der nächste Schlagmann Steffen Grote bedeutete durch einen Grounder zum Pitcher Pfeiffer das dritte Aus.

Zwei Punkte kassiert – wie würden die Sluggers reagieren? Wie ein wahrer Champion: Ramon Veisz holte einen Walk heraus, rückte auf den folgenden Single von Sacasa bis zum dritten Base vor. Zwar erreichte Sacasa beim folgenden Steal sicher das 2. Base, knickte dabei jedoch um. Bänderdehnung, Saison gelaufen. Für ihn kam Brad Schafer ins Spiel, der damit den Punkt zum Remis bedeutete. Jeffrey Wolburg holte einen Walk heraus, so dass bei einem Aus alle Bases geladen waren. Jetzt war Benjamin Kleiner am Schlag. Konnte der Spielertrainer dem Druck standhalten? Er konnte. Mit einem Single holte er Veisz und Schafer zum Ausgleich nach Hause, Wolburg rückte bis zum 3. Base vor. Cooray am Schlag. Sein Schlag zum 3rd Baseman konnte dieser nicht zu einem Aus verwerten und Wolburg kam unter dem Jubel der 150 Zuschauer zum dramatischen 7:6-Sieg nach Hause.

Team 1 2 3 4 5 6 7 R H E
Berlin Sluggers 3 0 0 0 0 1 3 7 7 4
HH Knights 0 3 0 1 0 0 2 6 10 3

Spiel 1 gewonnen, jetzt sollte der Doppelsieg her. Doch Coach Benjamin Kleiner hatte ein Problem: Nach den Verletzungen von Walter Sacasa und Steven Wolburg standen ihm nur noch 10 Spieler zur Verfügung, da das zeitgleich stattfindende Spiel der zweiten Mannschaft im Vorfeld leider nicht verlegt werden konnte und Kleiner nicht auf die Springer zurückgreifen konnte.

Für den Tabellenführer übernahm Routinier Oliver Knaack (4-2) den Hügel, der zunächst einen wackeligen Start hinlegte: Einem Double von Wodniok folgten zwei Singles von Max und Neumann und es stand 0:3 für die Gäste. Die Sluggers antworteten lediglich mit einem Run durch Kleiner, der von Jakob Buttgereit reingeschlagen wurde.

Der Ausgleich dann im zweiten Inning durch Nils Brochwitz und Brad Schafer, doch die Gäste konterten im dritten Inning prompt mit zwei weiteren Runs durch ihren US-Leadoff Drew Taddia und Catcher Timm Max zum 5:3. Doch es sollten die letzten Punkte für die Knights bleiben. Außerdem hatten die Berliner erneut im gleichen Inning die Antwort parat: Leadoff Jakob Buttgereit begrüßte Pitcher Roman Schlage mit einem Single, Pedley und Stiller folgten mit zwei Walks. Bases loaded, kein Aus. Nils Brochwitz opferte sich mit einem Schlag ins Outfield und brachte damit Buttgereit zum 4:5 nach Hause. Ein kurzes Flyout von Brad Schafer bedeutete leider das zweite Aus. Jetzt lag der Druck auf Ramon Veisz: Und der Routinier schaffte den so wichtigen Single, der Pedley zum vielumjubelten 5:5 nach Hause brachte. Dabei blieb es auch im vierten Inning, da Knaack den Überblick behielt: Bei einem Aus und Runner auf 2 und 3, buntete Wodniok den Ball Richtung drittes Base. Der Pitcher nahm den Ball auf, sorgte dafür, dass Goetzke vom dritten Base nicht punkten konnte und warf Wodniok am ersten Kissen aus. Die endgültige Wende in diesem äußerst spannenden Spiel. Nachdem Max Flyout ging, gingen die Knights ohne Punkte aus dem 4. Inning. Es sollte die endgültige Wende in dem Match bedeuten.

In der unteren Hälfte des fünften Innings gelang Roland Stiller durch einen hit by pitch auf das erste Base. Jetzt war „smart baseball“ gefragt: Und Nils Brochwitz konnte liefern: Ein bunt brachte Stiller ein Base weiter. Schafers kurzer Single und Stiller war am dritten Kissen. Und wieder war es Ramon Veisz, der den Ball ins Spiel brachte und damit Stiller zur erstmaligen Führung nach Hause brachte. 6:5 der Spielstand nach fünf Innings.

Die Knights hatten zunehmend Probleme mit Sluggers-Pitcher Oliver Knaack und brachten in den letzten drei Innings lediglich einen Läufer (walk für Rosien im 5. Inning) auf Base. Da auch die Sluggers-Offense im sechsten Inning keinen Punkt erzielen konnte, blieb es beim 6:5 für die Berliner.

Sluggers-Shortstop Nat Pedley fing im siebten Inning den letzten, von Marcus Neumann geschlagenen, Ball zum vielumjubelten Sieg direkt aus der Luft.

Geschafft! 7:6 und 6:5 gegen die Knights. Der Doppelsieg war perfekt, obwohl man in beiden Spielen deutlich weniger Hits (19:13) schaffte. Doch mit einem guten Pregame beim nächsten Auswärtsspiel in Bremen sollte man auch dieses Problem in den Griff bekommen. Außerdem zeigte es erneut die Nervenstärke und Professionalität des Teams, das immer da war, wenn es darauf ankam.

Getrübt wurde der Erfolg sowohl von den beiden angesprochenen Verletzungen von Steven Wolburg und Walter Sacasa sowie dem Ergebnis aus Charlottenburg: Der Lokalrivale Berlin Challengers fuhr einen kampflosen Doppelsieg ein, weil die Gäste aus Bremen verletzungsbedingt nicht antreten konnten. Es war bereits das dritte Mal in dieser Saison, dass dem Tabellenzweiten ein zweimaliges 7:0 zugesprochen wurde. Somit läuft alles auf den großen Showdown am 19. September bei den Challangers hinaus. Doch vorher müssen die Sluggers am kommenden Wochenende beide Spiele in Bremen gewinnen, um mit zwei Siegen Vorsprung in das Derby zu gehen.

Team 1 2 3 4 5 6 7 R H E
Berlin Sluggers 1 2 2 0 1 0 0 6 6 0
Hamburg Knights 3 0 2 0 0 0 0 5 9 0