Berlin Sluggers – Pulheim Gophers

Schwarzer Samstag für die Sluggers

Berlin Sluggers
Pulheim Gophers
3:6 und 1:10

von Oliver Knaack

Berlin – Das erste Heimspiel seit 15 Jahren in der Bundesliga sollte ein großes Fest werden. Doch über 200 Zuschauer im Sluggers-Ballpark sahen eine doppelte Niederlage (3:6, 1:10) gegen den Tabellenführer Pulheim Gophers.
Spiel 1: Pulheimer retten sich mit wichtigem Doubleplay
Wie schon am letzten Wochenende in Dortmund hatten die Berliner einen traumhaften Start ins Spiel. Bei zwei Aus und Jakob Buttgereit auf Base, setzte Benji Kleiner den Pitch des Pulheimer Neuzugangs Karkatselos (1-0) über den Rightfieldzaun. Was für ein Start. Doch Karkatselos, der den von den Minnesota Twins gesignten Markus Solbach ersetzt, erholte sich schnell von dem unbequemen Start und ließ bis zum siebten Inning nur noch einen weiteren Punkt zu.

Den Ausgleich schlug Chris Gentles mit einem 2-RBI-Double im dritten Inning rein, die 4:2-Führung für die insgesamt abgeklärteren Gäste folgte ein Inning später durch Andreas Kolbe und Leadoff Anderson Alvarez. Im sechsten Inning war der Arbeitstag für Starter Christian Pfeiffer (1-1) gelaufen, er übergab mit zwei Läufern und keinem Aus den Ball an Reliever Oliver Knaack, der keinen Punkt mehr zuließ. Und auch offensiv blieben die Gastgeber dran: Youngster Nils Brochwitz brachte im sechsten Inning mit einem Single Neuzugang Janek Lorenzen zum 3:4 nach Hause.

Im achten Inning schien das Spiel zu Gunsten der Sluggers endgültig zu kippen. Relief-Pitcher Andreas Kolbe hatte einen ganz schlechten Start: Durch zwei Walks und einen Infield-Error waren alle Bases geladen, kein Aus. Es folgte ein Strikeout gegen Brochwitz. Und dann der Spielzug, der die Sluggers den möglichen Sieg kostete: Der Suizide-Squeeze-Bunt von Thomas Bieber misslang, Pitcher Kolbe fing den Ball aus der Luft zum zweiten Aus. Läufer Janek Lorenzen hatte keine Chance mehr, rechtzeitig zum dritten Base zurückzukommen. Kolbe rettete sich, die Köpfe der Sluggers gingen runter. Die letzten beiden Punkte der Pulheimer im neunten Inning spielten dann auch keine Rolle mehr.

Spiel 1                 R H E
PUL  0 0 2 2 0 0 0 0 2  6 9 2
BES  2 0 0 0 0 1 0 0 0  3 5 5
WIN: Karkatselos, T. (1-0) LOSS: Pfeiffer, C. (1-1)

Spiel 2: Keprtas Verletzung überschattet deutliche Niederlage
Spiel 1 verloren, jetzt sollte es Ales Keprta (0-2) im zweiten Spiel gegen Ronnie Glunt (2-0) richten. Es fing gut an, doch es endete schnell im Desaster: Zweites Inning, 0:0: Andreas Kolbe schlug einen harten Comebacker – direkt auf die Hand von Keprta. Mit Verdacht auf gebrochenen Mittelfinger wurde der Tscheche vom Rettungswagen sofort ins Krankenhaus gebracht. Iwan Galkin (19), der am letzten Wochenende in Dortmund sein Bundesliga-Debüt mit einem Save feiern konnte, kam ins Spiel und löste seine Aufgabe sehr gut. 1:3 nach fünf Innings, 1:5 nach sechs Durchgängen.

Doch die Sluggers-Offensive strandete insgesamt 10 Läufer – so lässt sich kein Spiel gewinnen. Dazu gesellten sich wie schon in Dortmund Errors zum denkbar schlechten Zeitpunkt. Und so war für Galkin im siebten Inning (kein Aus) der Arbeitstag gelaufen. Oliver Knaack durfte beim Stand von 1:8 das Spiel zu Ende bringen.

Spiel 2                  R  H E
PUL  0 0 1 1 0 1 2 5 0  10 13 3
BES  0 0 1 0 0 0 0 0 0   1  4 4
WIN: Glunt, R. (2-0) LOSS: Keptra, A. (0-2)

„Wir hatten heute alle Möglichkeiten, zumindest ein Spiel zu gewinnen. Aber der Mangel an Bundesliga-Erfahrung machte sich heute erneut bemerkbar“, erklärte Coach Sean Sullivan die bittere Niederlagen. „Pulheim war heute vor allem im ersten Spiel in den entscheidenden Momenten einfach abgezockter.“ Mit dem Ausfall von Keprta kommen auf den Aufsteiger harte Wochen zu. Die nächsten Gegner heißen Paderborn und Solingen.