HSV Stealers – Bonn Capitals
Dritter Split in Folge für die Stealers – Capitals verspielen Führung im ersten Spiel
| Spiel 1 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | R | H | E |
| Bonn Capitals | 4 | 0 | 1 | 1 | 0 | 3 | 0 | 1 | 0 | 1 | 11 | 14 | 2 |
| HSV Stealers | 0 | 0 | 0 | 5 | 1 | 0 | 2 | 2 | 0 | 2 | 12 | 15 | 1 |
WIN: Riedner, T. (1-0) LOSS: Stommel, A. (0-1)
| Spiel 2 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | R | H | E |
| Bonn Capitals | 1 | 0 | 0 | 5 | 7 | 0 | 0 | - | - | 13 | 12 | 0 |
| HSV Stealers | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 2 | 0 | - | - | 3 | 9 | 3 |
WIN: Schoening, B. (1-0) LOSS: Prinstein, J. (0-2)
HSV Stealers
Bonn Capitals
12:11 und 3:13
von Michael Kujoth (HSV Stealers)
Auch gegen die Bonn Capitals können die Baseballer des HSV eine Siegteilung erringen. Wie bereits in den Vorwochen egalisieren die Stealers dabei in Spiel eins mehrere Rückstände und feiern im zehnten Inning einen Walk-Off-Basehit von Brehan Murphy. In der zweiten Partie setzen sich die Capitals deutlich gegen den Gastgeber durch und entscheiden das Spiel vorzeitig mit 3:13 für sich.
Spiel 1: HSV-Comeback, Teil drei
HSV-Stealers-Coach Jens Hawlitzky beorderte an diesem Wochenede Max Warren als Starting Pitcher auf den Wurfhügel, sein Gegenüber auf Bonner Seite war erwartungsgemäß Tim Henkenjohann. Fast schon traditionell sahen sich die Hamburger Baseballer mit einem Fehlstart und einem frühen Rückstand konfrontiert. Bereits im ersten Inning sorgten Doubles von Florian Nehring und Bradley Roper-Hubbert sowie Singles von Ernie Nsien und Thomas Hoffmann für vier Punkte der Gäste. In Spielabschnitt drei war es wiederum Nsien, der auf 5:0 erhöhte. Ein Inning später schlug Nehring Jan Jacob zum 6:0 nach Hause.

Brehan Murphy war mit seinem entscheidenden Hit bei zwei Aus in der Verlängerung der Held der Stealers (Foto: Shaw, S.)
Gegen Henkenjohann hatten die Stealers bis zum vierten Inning lediglich zwei Runner auf die Bases gebracht, bevor Hits von Sam Boone und Jakub Vojak sowie ein Hit-by-Pitch an Murphy die Bases bei einem Aus luden. Den nächsten Schlagmann schickte der Nationalmannschafts-Pitcher zwar per Strikeout zurück ins Dugout. Jerome Rousseaus Double auf den Rightfield Warning Track brachte dann allerdings die ersten zwei Runs für die Gastgeber nach Hause, bevor Michael Kujoth einen schwach geschlagenen Linedrive für ein weiteres 2-RBI-Double über den Thirdbaseman lupfte und kurze Zeit später durch einen Passed Ball und einen Balk auf 6:5 verkürzte. Im fünften Inning komplettierte Murphy mit einem RBI-Single das erste Comeback des Tages.
Der Ausgleich sollte allerdings nicht von Dauer sein. In Spielabschnitt sechs gelangten Simon Falke und Jacob per Hit-by-Pitch und Error gegen den eingewechselten Eric Harms auf die Bases zwei und drei. Ein Groundball von Nehring brachte die Bonner wieder in Front, ein Double von Nsien und ein Sacrifice Fly für Hoffmann erhöhten die Führung auf 9:6 bevor Centerfielder Kujoth bei Runnern auf der ersten und zweiten Base das Inning mit einem Diving Catch beendete. Zwei Runs für die Stealers im siebten (2-RBI-Single für Philipp von Soosten) und ein weiterer für die Ex-Hauptstädter im achten Inning (RBI-Groundout für Hoffmann) ließen den Punktestand auf 10:8 anwachsen. Im Nachschlag war es dann HSV-Shortstop Boone, der mit seinem Basehit gegen Bonns Closer Adrian Stommel Kujoth und Warren zum erneuten Ausgleich über die Homeplate brachte.
Im neunten Inning verhinderten Stommel für Bonn und Daniel Harms für Hamburg weitere Punkte und zwangen beide Teams in die Verlängerung. Im ersten Extra-Inning waren es dann wiederum die Capitals, die zunächst in Führung gehen sollten. Bei zwei Aus erreichte Roper-Hubbert gegen Thomas Riedner per Walk das erste und auf den folgenden Basehit von Hoffmann das dritte Base. Ein folgenschwerer Passed Ball des Hamburger Catchers sorgte für die dritte Bonner Führung des Spiels.
Die untere Hälfte des zehnten Innings eröffnete Kujoth mit einem Single und rückte auf den Sacrifice Bunt von Warren auf das zweite Base vor. Nach einem Flyout zum 1st-Baseman der Bonner lag die letzte Hoffnung der Stealers bei Shortstop Boone. Der behielt die Nerven und schickte bei zwei Strikes einen Linedrive ins Rightfield, um das Spiel ein weiteres Mal auszugleichen. Nachdem auch Vojak per Hit auf Base gelangen konnte, entschieden sich die Capitals für einen Intentional Walk gegen Philipp von Soosten, um bei geladenen Bases und zwei Aus Brehan Murphy an den Schlag zu bringen. Dieser ließ sich nicht lange bitten und schlug den ersten Pitch des At-Bats für ein Walk-Off-Single ins Centerfield und die Hamburger feierten nach einer mehr als spannenden Partie ihren dritten Saisonsieg.
Spiel 2: Capitals schlagen sich zu deutlichem Erfolg
Justin Prinstein gegen Bryce Schoening lautete das Aufeinandertreffen der US-Amerikanischen Pitcher in der zweiten Partie. Das erwartete Pitcher-Duell erfüllte sich allerdings nur einseitig, auch wenn nach drei Innings beide Mannschaften lediglich einen Punkt auf die Anzeigetafel gebracht hatten. Lennart Weller brachte die Gäste im ersten Inning nach Basehit und zwei Wild Pitches in Führung. Vojak umrundete ebenfalls nach einem Single in Spielabschnitt zwei die Bases zum Ausgleich.
Im vierten und fünften Inning zogen die Capitals dann allerdings uneinholbar davon. Mit einem Double und zwei Singles eröffneten Max Schmitz, Jacob und Philipp Spade den Punktereigen. Nachdem die Stealers Defensive einen Sacrifice Bunt von Marcel Schulz nicht in ein Aus umsetzen konnte, erhöhten die Bonner ihre Führung durch Double (Nehring), Single (Weller) und Sacrifice Fly (Nsien) auf 6:1. Einen Spielabschnitt später brachten zwei Walks, ein Hit-by-Pitch, zwei Errors und RBI-Singles von Weller, Nsien, Roper-Hubbert und Jacob weitere sieben Punkte und die Vorentscheidung.
Gegen Schoening konnten die Stealers zu keinem Zeitpunkt eine ernsthafte Aufholjagd starten. Zwei Punkte im sechsten Inning waren kaum mehr als Ergebniskosmetik und nachdem der für Schoening eingewechselte Martin Amparo die Stealers im siebten Inning punktlos hielt, wurde das Spiel nach Ten-Run-Rule vorzeitig beendet. Zwar standen am Ende des Spiels für die Stealers lediglich drei Basehits weniger als für die Capitals zu Buche (9:12), allerdings entfielen vier der neun Hits und zwei der drei Runs auf Catcher Vojak, der in dieser Partie der einzige Lichtblick auf Hamburger Seite war.
von Petra Droste (Bonn Capitals)
Ein Wechselbad der Gefühle erwartete das Team und die Fans der Bonn Capitals Bundesligamannschaft am Samstag in Hamburg bei der Baseballmannschaft des HSV. Nach Paderborn und Solingen traf man auswärts auf den nächsten Konkurrenten um einen Play-off-Platz für die Deutsche Meisterschaft.
Spiel 1: Stealers holen sich den Sieg im elften Inning
Schnell führte man 6:0. Der Bonner Pitcher Tim Henkenjohann hatte in der Verteidigung die Hamburger Schlagmänner gut unter Kontrolle und ließ keinen Punkt zu. Die Bonner Schlagmänner holten sich mit guten Schlägen Punkt für Punkt. Dann verletzte sich Brett van Hooser und musste ausgewechselt werden. Gleichzeitig wurden die Würfe von Henkenjohann ungenauer. Die Hamburger witterten Morgenluft und glichen im fünften Inning zum 6:6 aus.
Wiederum konnten die Bonner in Führung gehen. Eddy Stommel löste Henkenjohann ab und hielt ein Unentschieden bis Ende des neunten Innings. Mit etwas Glück und viel Kampfgeist reichte es nach einer Bonner Führung im elften Inning dieses Herzschlagspieles zu einem knappen Sieg für die Platzherren.
„Wir hätten dieses Spiel nie verlieren dürfen“, urteilte ein sichtlich frustrierter Cheftrainer Mirko Heid und fügte sarkastisch hinzu: „ Es gab Situationen, da hätten wir besser den Ball auf dem Platz verbuddelt.“
Spiel 2: Capitals schlagen sich Frust von der Seele
Es spricht aber für die Bonner Mannschaft, dass sie im zweiten Spiel die Hamburger klar beherrschte. Bis zum vierten Spielabschnitt führte man 6:1. Gleichzeitig fanden die Hamburger gegen den Bonner US-Pitcher Bryce Schoening kein Mittel, den Ball zu treffen. Sensationell wie die Capitals im fünften Inning auf 13:1 davonzogen. Die HSV-Stealers konnten in den beiden nächsten Innings noch auf 3:13 verkürzen. Aber der nach Bryce Schoening auf dem Werferhügel stehende Martin Amparo ließ als gelernter Koch nichts anbrennen und beendete das Match vorzeitig nach dem siebten Inning durch die Ten-Run-Rule. So konnte die Mannschaft nach dem langen ersten Spiel die Rückreise früher als gedacht antreten.
„Jetzt haben wir endlich einmal unsere volle Stärke ausgespielt“, meinte der letztendlich zufriedene Coach Mirko Heid. In die Zukunft weisend, will er darauf aufbauen, zumal die Saison noch lange ist und die Mannschaft insgesamt zu immer besserem Zusammenspiel findet.
Der Vorsitzende Dr. Udo Schmitz vergisst nicht, in diesem Zusammenhang auf den eigenen Nachwuchs zu verweisen. Youngster Marcel Schulz hat die Bundesligareife erreicht und hinter ihm stehen bereits die nächsten, die den Druck auf die Stammspieler erhöhen. „Diese Nachwuchsarbeit ist der Erfolg langfristiger Arbeit. Sollte die Stadt im nächsten Jahr eine Sportstättennutzungsgebühr einführen, dann sehe ich allerdings unsere sportliche Arbeit, die ja auch ein Stück Sozialarbeit ist, in ernster Gefahr.“










