Berlin Sluggers – Solingen Alligators
Gekämpft, gezittert, gefrustet – Sluggers werden nicht belohnt – Alligators nach zwei Siegen auf Platz zwei
| Spiel 1 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | R | H | E | |
| Solingen | 3 | 3 | 0 | 0 | 1 | 0 | 0 | 1 | 2 | 10 | 13 | 2 | |
| Berlin | 0 | 0 | 0 | 0 | 3 | 2 | 0 | 2 | 0 | 7 | 10 | 4 |
WIN: Hughes, A. (2-0) LOSS: Galkin, I. (0-2)
| Spiel 2 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | R | H | E | |
| Solingen | 1 | 0 | 3 | 0 | 1 | 0 | 0 | 1 | 4 | 10 | 14 | 2 | |
| Berlin | 0 | 0 | 2 | 0 | 2 | 1 | 0 | 0 | 0 | 5 | 6 | 4 |
WIN: Drache, R. (4-0) LOSS: Keprta, A. (0-3)
SAVE: Cornelsen, J. (2)
Berlin Sluggers
Solingen Alligators
7:10 und 5:10
von Linn C. Kamm (Berlin Sluggers)
Eine Woche nach der Doppel-Pleite in Paderborn zeigte sich Bundesliga-Aufsteiger Berlin Sluggers gegen Nord-Meister Solingen Alligators stark verbessert. In zwei packenden und bisweilen dramatischen Spielen setzte sich am Ende jedoch der Gast durch: 7:10 und 5:10 das Endergebnis aus Berliner Sicht.
Spiel 1: Hitziges Duell endet mit Niederlage
Statt Christian Pfeiffer durfte sich Berlins Rookie Iwan Galkin (19) mit Solingen Starter Andre Hughes vor knapp 200 Fans im Sluggers Ballpark duellieren. Und die Gäste setzten Galkin und seine Defensive bereits früh unter Druck, punkteten jeweils drei Mal in den ersten beiden Innings. Doch Galkin fing sich, ließ in den folgenden vier Innings nur noch einen Punkt (5. Inning / Robin Drache) zu.
Genau anders herum verlief die Formkurve von Hughes: Nach sehr souveränem Beginn, die Berliner produzierten mit Kevin Cooray nur einen Baseläufer, knackten die Sluggers Hughes im fünften Inning: Drei Singles und ein Walk, gepaart mit einem Error von Shortstop Luis Gil, bedeuteten drei Runs durch Nils Brochwitz, Thomas Bieber und Kevin Cooray.
Doch auch sein Reliever Sebastian Bernards bekam die Sluggers-Offense nicht unter Kontrolle: Ein 2-RBI-Single ins Centerfield durch Cooray im sechsten Inning brachte die Sluggers auf 5:7 heran.
Nachdem Berlins Starter Galkin im sechsten Inning die 100-Pitch-Marke durchbrochen hatte, brachte Coach Sean Sullivan Reliever Oliver Knaack. Der begann das siebte Inning mit einem Strikeout gegen den Ex-Berliner Moritz Buttgereit und hielt die Alligators weiter an der kurzen Leine. Was offenbar den Solinger Coach Dave Daniels die Fassung verlieren ließ: Mehrfach beschwerte er sich beim Schiedsrichtergespann Kuhring/Jahn über vermeintlichen Balks, lief sogar aufs Feld und ging Knaack lautstark an – ohne Konsequenzen. Daniels wurde von den unsicheren Schiris lediglich verwarnt, sein Team ging durch einen Überwurf am dritten Base mit 8:5 in Führung.
Es folgt der dramatische Höhepunkt des Spiels: Nach zwei schnellen Aus, luden die Sluggers die Bases. Kleiners 2-RBI-Single gegen Closer Jens Cornelsen brachte den Anschluss zum 7:8. Als nächstes schlug Berlins Jakob Buttgereit einen harten Single zu seinem Bruder Moritz, Solingens Thirdbaseman. Der bekam den Ball nicht unter Kontrolle. Sein Wurf zwang Firstbaseman Dustin Hughes das Kissen zu verlassen. Für alle Spieler und Zuschauer offensichtlich, jedoch nicht für den Umpire, der Buttgereit ausgab. Statt Ausgleich zum 8:8 und der Möglichkeit, weiter zu punkten, war das Inning schlagartig beendet.
Solingen legte gegen demoralisierte Sluggers im neunten Inning noch zwei Punkte drauf. Cornelsen hatte wenig Mühe, das Spiel zu Ende zu bringen.
Spiel 2: Alligators mit längerem Atem
Auf Seiten der Berliner begann der tschechische Neuzugang Ales Keprta, der sich vor zwei Wochen beim Heimauftakt durch einen Comebacker auf die Wurfhand im zweiten Inning verletzte hatte. Die Gäste hielten mit Jerome Burton dagegen.
Nach erneut schwachem Beginn erwachten die Sluggers im dritten Durchgang, verkürzten durch Steven Wolburgs 2-RBI-Single auf 2:4. Solingens Run im fünften Inning wurde mit zwei Punkten (J. Wolburg, Kleiner) zum 4:5 gekontert. Und ein Inning später holte Felix Schwarzbauer Kevin Cooray, der einen Triple geschlagen hatte, zum viel umjubelten 5:5-Ausgleich nach Hause. Für Reliever Thomas Rubis war nach nur vier Schlagmännern der Auftritt beendet. Robin Drache übernahm und ließ nichts mehr zu. Dagegen schwächelte Marathonmann Keprta im achten Inning. Nach einem 1-Out-Double gegen Ortiz war sein Tag gelaufen. Closer Dennis Buchholz konnte in seinem Bundesliga-Comeback nach fünfjähriger Abwesenheit den Run zum 5:6 nicht verhindern, beendete das Inning aber mit zwei Flyouts.
Doch im neunten Inning hatte Buchholz weniger Glück. Nach einem Leadoff-Walk für Gil begrüßten ihn Götze, Wulf und Ortez jeweils mit einem Single. Alle vier Solinger punkteten und schraubten das Ergebnis auf 10:5. Mehr als genug für Closer Jens Cornelsen, der das Spiel nach einem Leadoff-Walk für Jeff Wolburg ohne Probleme nach Hause fahren konnte.
Berlins Coach Sean Sullivan suchte nach den bitteren Niederlagen nach den passenden Worten: „Wir haben sie zwei Mal am Rand einer Niederlage gehabt. Aber es sind heute Dinge passiert, die wir nicht kontrollieren können. Es gab aber auch viele gute Ansätze, die mich zuversichtlich stimmen. Unser nächstes Spiel ist in zwei Wochen bei den Stealers. Wir werden die Zeit nutzen, um dort gestärkt aufzutreten.“








