Berlin Sluggers – Dortmund Wanderers 9:14 | 2:9
| Spiel 1 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | R | H | E | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
(6-9) |
2 | 4 | 0 | 3 | 2 | 1 | 1 | 0 | 1 | 14 | 14 | 2 | |
(2-13) |
0 | 0 | 2 | 2 | 3 | 0 | 2 | 0 | 0 | 9 | 15 | 5 |
WIN: Dietsch, M. (2-2) LOSS: Pfeiffer, C. (1-3)
| Spiel 2 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | R | H | E | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
(7-9) |
0 | 4 | 0 | 0 | 3 | 0 | 1 | 0 | 1 | 9 | 17 | 2 | |
(2-14) |
0 | 0 | 0 | 1 | 0 | 0 | 0 | 0 | 1 | 2 | 6 | 1 |
WIN: Stechmann, D. (1-3) LOSS: Keprta, A. (0-6)
Bericht der Berlin Sluggers – Bericht der Dortmund Wanderers
Sluggers bleiben im Tabellenkeller
von Linn C. Kamm (Berlin Sluggers)
Die Berlin Sluggers graben sich immer tiefer im Tabellenkeller ein: Nachdem den Hauptstädtern noch ein Sieg in Dortmund zum Bundesliga-Auftakt gelang, gingen zum Start der Rückrunde beide Begegnungen gegen die Wanderers verloren. 9:13 und 2:9 lautete das Ergebnis aus Sicht der Gastgeber. Dabei erlaubten sich die Gäste den Luxus, im zweiten Spiel auf den besten Pitcher der Bundesliga-Nord fast komplett zu verzichten: Matt Kemp übernahm erst im neunten Inning (1 Aus) für Dennis Stechmann.
Spiel 1: Sluggers laufen ständigem Rückstand hinterher
Für die Sluggers begann Christian Pfeiffer auf dem Hügel, Marco Dietsch durfte für die Gäste starten. Pfeiffer hatte einen schweren Start, Dortmund punktete gleich zwei Mal im ersten Inning. Dagegen kam Dietsch gut ins Spiel: Zwar verteilte auch er drei Hits (Kmiecik, Stiller und Cooray), doch beide Male kam der erste Hit bei zwei Aus und keinem Läufer auf Base.
Das gelang Pfeiffer nicht. Bereits im zweiten Inning war Schluss für ihn. Zwar schaffte auch er im zweiten Inning zwei schnelle Aus, fing sich aber gegen die Nummer neun, Jovert Bolze einen Double. Es folgte die obere Batting Order der Gäste mit einem Single, Walk, Single. Biddle kam durch einen Error auf Base und nach Hellers Single stand es 6:0.
Coach Sean Sullivan hatte genug gesehen. Überraschend meldete sich Benji Kleiner aus dem Bullpen. Der Routinier (40 Wins in der Bundesliga), der lange für die Untouchables gepitcht hatte, zuletzt aber immer wieder mit Schulterproblemen zu kämpfen hatte, gab nach sechs Jahren sein Bundesliga-Comeback auf dem Hügel. Einem Hit-by-Pitch zum Start folgte das Strikeout gegen Stechmann und die Sluggers waren raus aus dem Horror-Inning. Doch diesem Rückstand sollten die Berliner bis zum Ende hinterherlaufen.
Im dritten Inning hauchten die Runs von Buttgereit und Kmiecik den Sluggers endlich auch offensiv etwas Leben ein. Doch mit zwei Läufern in Scoring Position rettete sich Pitcher Dietsch mit einem Strikeout gegen Stiller aus dem Inning.
Doch Dortmund hielt dagegen, antwortet im vierten Inning mit einem Solo-Shot von Groer zum 7:2, Biddle punktete auf Hellers Triple zum 8:2. Berlin gab sich nicht auf, konterte im selben Inning mit zwei Punkten (Cooray, Schwarzbauer) zum 4:8. Doch nach zwei weiteren Punkten durch Botze und Wesche zum 4:10 waren wieder sechs Punkte Differenz zwischen den Teams. Sullivan nahm bei einem Aus Kleiner vom Hügel und brachte Knaack, der den Doubleplayball ins Middle-Infield bekam.

Sluggers-Spieler Kevin Cooray kollidiert mit Dortmunds Catcher Kevin Möller, der danach mit Verdacht auf Handbruch ins Krankenhaus eingeliefert wurde (Foto: Schulisch)
Es folgte das offensiv beste Inning der Gastgeber: Kleiner, mittlerweile wieder im Leftfield, schlug einen Double, Stiller folgte mit einem Walk, Cooray wurde abgeworfen. Und Pitcher Knaack am Schlag. Dessen letztes Erstliga-At Bat war 1997 mit Düsseldorf. Dietsch startete mit einem Wild Pitch auf einen Fake Bunt, Kleiner punktet zum 5:10. Auf Knaacks Groundout kam Stiller nach Hause, nur noch 6:10. Und durch Jeffrey Wolburgs Single passierte Cooray die Homeplate zum 7:10 nach Hause. Doch näher kamen die Sluggers den Wanderers nicht mehr, weil Dortmund in den letzten vier Innings immer ein Punkt erzielte.
Berlin hielt mit zwei Runs (Cooray, Galkin) im siebten Durchgang dagegen, doch es sollten die letzten Punkten bleiben. Bei Coorays Run verletzte sich Dortmunds Catcher Kevin Möller bei einer Kollision vor dem Homeplate so schwer, dass er mit Verdacht auf Handbruch ins Krankenhaus eingeliefert wurde.
„Wir haben es nicht geschafft, unsere Läufer nach Hause zu bringen“, fasste ein frustrierter Sluggers-Coach Sean Sullivan zusammen. „10 gestrandete Läufer sind einfach zu viel.“
Spiel 2: Berlin auch gegen Stechmann ohne Chance
Nachdem überraschend Dietsch Spiel eins geworfen hatte, leistete sich Dortmund den Luxus, nicht Matt Kemp, den besten Pitcher der Bundesliga-Nord, auf den Hügel zu schicken. Stattdessen durfte Dennis Stechmann, eigentlich regelmäßiger Starter des ersten Spiels ran. Kemp hielt sich im gesamten Spiel im Hintergrund, war ab dem fünften Inning regelmäßig im Bullpen, um im Notfall schnell einzugreifen. Den Sluggers bot sich gleich im ersten Inning eine große Chance: Kleiner und Buttgereit kamen auf Base, doch Kmiecik, Steven Wolburg und Stiller scheiterten in Folge. Acht Läufer brachten die Sluggers in den ersten vier Innings auf Base – doch nur einen, Rookie Nino Sacasa, nach Hause.
Dagegen nutzten die Wanderers eine Schwächephase von Sluggers-Pitcher Ales Keptra im zweiten Inning konsequent aus: Bei zwei Aus folgten fünf Singles in Folge und plötzlich stand es 4:0. Doch Keprta fing sich schnell wieder, ging die nächsten beiden Innings zu Null vom Hügel. Erst im fünften Durchgang, wieder bei zwei Aus, zogen die Gäste auf 7:1 davon.
Zwar kamen in den verbleibenden vier Innings weitere sechs Sluggers auf Base. Doch der sich im Hintergrund aufwärmende Matt Kemp lähmte die Berliner Offensive immer im entscheidenden Moment. Der hatte mittlerweile wohl über 50 Würfe im Bullpen im Arm, als er sich im neunten Inning bei einem Aus doch noch ins Spiel brachte. Für Stechmann, der bis dahin zehn Strikeouts geworfen hatte, war der Arbeitstag beim Stand von 9:1 ohne das ersehnte Complete Game beendet. Kemp ließ noch einen Run durch einen Wild Pitch zu, beendete dann das Spiel wie erwartet mit einem Strikeout (gegen Brochwitz).
Einzig positiv: Das vielversprechende Comeback von Thomas Bieber auf dem Berliner Hügel in den letzten beiden Innings. Ein Hit , drei Strikeouts, zwei Walks (0 ER) machen Hoffnung auf mehr. „Es wird nicht leichter“, gibt Sluggers-Coach Sullivan zu. „Wir brauchen dringend einen Befreiungsschlag. Am besten schon am kommenden Sonntag in Pulheim.“
Wanderers mit Sweep in der Hauptstadt
von Marco Dietsch (Dortmund Wanderers)
Für die Dortmund Wanderers hat sich die lange Anreise in die Bundeshauptstadt zu den Berlin Slugger gelohnt. Beide Spiele konnten ungefährdet gewonnen werden und somit kam es zu einem Sweep.
Das erste Spiel des Doppelspieltages startete Marco Dietsch als Pitcher für die Dortmund Wanderers. Mit einer frühen Führung im Rücken (2:0 im ersten und 6:0 nach Inning 2) und einer soliden Defensive, ging es ohne gegnerischen Run bis ins dritte Inning. Zwei Fehler brachten auch gleich die ersten beiden Runs für die Gastgeber. Dortmund konnte gleich darauf den alten Vorsprung durch einen Homerun von Daniel Groer und einen Run durch Elliot Biddel wieder herstellen. Groer erwischte einen fantastischen Tag und nutze gleich sieben seiner acht Schlagchancen. Den Dortmundern gelang es immer wieder zu weiteren Runs zu kommen.
Aber auch Berlin kämpfte und wollte sich nicht geschlagen geben und legte immer wieder nach. Nach sechs Innings, 116 Pitches und einem Spielstand von 11:7 nahm Coach Matt Kemp Marco Dietsch vom Mound. Er setzte sein Vertrauen in Junioren Nationalspieler Jonas Schwering und der enttäuschte zu keiner Zeit. Zwar konnte Berlin noch zwei weitere Runs in den letzten drei Innings erzielen, doch war der Sieg nicht gefährdet. Denn auch Dortmund legte noch drei weiter Runs zum 14:9.Endstand nach.
Doch neben dem Sieg gab es noch eine Schrecksekunde für die Dortmunder. Juniorennationalspieler und Catcher Kevin Möller wurde bei einem Spielzug überrannt und fiel dabei unglücklich auf sein Handgelenk. Nach einem Besuch im örtlichen Krankenhaus kam aber dann die Entwarnung. Eine Distorsion des Handgelenkes wird ihn für sechs Tage ruhig stellen. Eine schlimmere Verletzung wäre gerade für die Chance auf einen Platz bei der EM fatal gewesen.
Coach Matt Kemp setzte im zweiten Spiel auf Dennis Stechmann als Pitcher. Im Gegensatz zu den sonst üblichen Pitcherduellen zwischen Ausländern, hiess es nun Stechmann gegen den Tschechen Alex Keprta. Und wieder waren es die Wanderers die zuerst die Schläger sprechen liessen. Gleich vier Runs im zweiten Inning brachten die ersten Punkte auf das Scoreboard. Im vierten Inning brachten die Berliner einen Runner nach Hause nachdem ein als sicher gefangener Ball im Outfield doch noch Bodenkontakt bekam. Drei weitere Runs im fünften Spielabschnitt brachten die 7:1-Führung.
Bei einem Aus im achten Inning nahm Matt Kemp Dennis Stechmann bei 9:1 vom Mound und setzte sich selbst ein. Ein weiterer Berliner konnte die Homeplate passieren, bevor er mit zwei Strikeouts das Spiel beendete. Stechmann sammelte elf Strikeouts bei drei Walks und lieferte zu seinem ersten Sieg in der Bundesliga eine exzellente Leistung ab.
Somit haben die Dortmund Wanderers die große Chance mit Siegen in den nächsten Heimspielen gegen den HSV am Samstag, den 4. Juni 2011, wieder in den Kampf um die Play-offs einzugreifen. Denn Hamburg hat beide Spiele gegen Solingen verloren.







