Vorbericht Bundesliga Nord: Fernduell um Platz vier
(tkd) Nach der Pause über Pfingsten startet die 1. Bundesliga Nord am Wochenende wieder voll durch. Solingen, Bonn und Paderborn traten über die Feiertage beim Buchbinder Cup an, mussten sich aber dem Gastgeber geschlagen geben. In der reinen Nordbetrachtung setzten sich die Alligators durch, vor den Untouchables und ohne Sieg blieben die Capitals.
Die Untouchables und Alligators müssen am Samstag auswärts ran, für Solingen geht es nach Dohren und die Paderborner reisen in die Hauptstadt zu den Sluggers. Einen Tag später erwarten die Bonn Capitals die HSV Stealers in der Rheinaue, während die Pulheim Gophers zum ersten Mal ohne Tim Karkatselos antreten. Zu Gast sind die Dortmund Wanderers, die ihre Chancen auf Platz vier weiter verbessern wollen.
Dohren Wild Farmers
Solingen Alligators
Samstag, 13 Uhr
In Dohren treffen die Wild Farmers am Samstag auf die Solingen Alligators. Im Hinspiel schlugen sich die Dohrener tapfer, konnten ihren Überraschungserfolg aus der Vorsaison aber nicht wiederholen. Am Ende setzten sich die Alligators zweimal (5:1 und 5:4) durch.
Bei den Alligators läuft es in dieser Saison nicht rund, trotzdem liegen die Solinger auf Play-off-Kurs. Seit dem Trainerwechsel konnten drei der letzten vier Spiele gewonnen werden und mit Chris Beck kehrte etwas mehr Sicherheit ins Infield und in die Batter’s Box zurück. Ungewohnte Schwächen zeigten sich aber auch auf dem Mound. Nachdem man die Saison 2010 mit einem Team-ERA von nur 1.53 abschließen konnte, liegt der Wert in diesem Jahr bei 4.85 (Auswärts: 6.39). Dafür läuft es besser in der Offense, Chris Beck schlägt seit seiner Rückkehr in sechs Spielen genau .500 und auch Phil Ortez liegt weiterhin über der .400-Marke.
Die Dohren Wild Farmer stecken auch im zweiten Jahr mitten im Abstiegskampf. Mit vier Siegen und 14 Niederlagen liegen die Dohrener nur einen Punkt vor dem Abstiegsplatz. Gegen Paderborn konnte man sich respektabel aus der Affäre ziehen, ging aber trotzdem mit zwei Niederlagen nach Hause. Hoffnungschimmer für die Wild Farmers bleibt weiterhin Garrett Rogers, der gegen die Untouchables erstmals seit Anfang Mai wieder mehr als zwei Runs hinnehmen musste. Im ersten Spiel bleibt das alte Lied vom schwachen deutschen Pitching. Starter Thies Brunckhorsts ERA liegt knapp im zweistelligen Bereich. Nur Henrik Dallmann und Jan Hasenpflug kommen in den ERA-Bereich um 5.00, haben aber bisher zusammen nur 20 Innings auf dem Mound gestanden. Auch offensiv schwächeln die deutschen Schlagleute, die Amerikaner Rogers und Jeff Rustico sind die einzigen Spieler mit einem Average über .270.
TIPP: Alligators setzen Bonn mit zwei Siegen unter Druck.
Berlin Sluggers
Untouchables Paderborn
Samstag, 13 Uhr
In Berlin treffen die beiden Tabellenenden aufeinander, Spitzenreiter trifft Schlusslicht heisst es in der Hauptstadt. Im Hinspiel gingen die Sluggers im Ahornpark der Untouchables zweimal unter. 37 Runs musste der Aufsteiger in beiden Spielen hinnehmen.
Die Untouchables Paderborn konnten ihren Titel beim Buchbinder Cup in Regensburg nicht verteidigen. Ein Blick auf die Tabelle der 1. Bundesliga Nord sollte aber für bessere Laune sorgen. Mit 17 Siegen in 18 Spielen liegt das Team von Stefan Fechtig unangefochten an der Tabellenspitze. Die Untouchables führen die Liga in allen Teamstatistiken an und gerade beim Pitching ist der Vorsprung enorm. So wundert es auch nicht, dass sieben Untouchables mit Coach Greg Frady zum World Port Tournament reisen werden. Dabei setzen die Paderborn vor allem auf Kontinuität, nur vier verschiedene Pitcher kamen bisher zum Einsatz und auch in der Offensive wechselt Fechtig so wenig wie nötig bei der Startaufstellung. Eugen Heilmann ist dabei auf dem besten Wege als erster Pitcher in dieser Saison die Marke von zehn Wins zu erreichen.
Die Berliner konnten am letzten Spieltag einen wichtigen Sieg in Pulheim erringen. Überraschenderweise mit Kellen Kmiecik auf dem Mound, der eigentlich am Schlag und als Shortstop auflaufen sollte. Im ersten Spiel konnte man ebenfalls lange mithalten, doch ein Fauxpas von Benji Kleiner, der vergessen hatte Reliever Oliver Knaack auf die Line-Up zu setzen, brachte die Sluggers ordentlich durcheinander. Acht Runs im siebten Inning beendeten das Spiel vorzeitig. Die entscheidende Phase der Saison wird für die Sluggers aber nicht gegen Paderborn beginnen, sondern mit dem Start der Playdowns, wenn es nur noch gegen die Konkurrenz geht.
TIPP: Zwei ungefährdete Siege für die Untouchables.
Bonn Capitals
HSV Stealers
Sonntag, 13Uhr
Im Hinspiel lieferten sich die beiden Teams im ersten Spiel ein spannendes Duell. Insgesamt dreimal verspielten die Capitals eine Führung und mussten sich am Ende nach zehn Innings geschlagen geben. Dafür unterlagen die Stealers dann im zweiten Spiel deutlich mit 3:13 nach sieben Innings.
Pfingsten 2011 wird wohl vor allem Daniel Harms der HSV Stealers nicht vergessen. Der Starting Pitcher wurde zum World Port Tournament eingeladen und wird Hamburgs Farben in der Nationalmannschaft vertreten. Dazu steht Trainer Jens Hawlitzky mit René Herlitzius wieder eine weitere Alternative, neben Max Warren, im ersten Spiel zur Verfügung. Nach der Trennung von Justin Prinstein soll Neuzugang Justin Staatz für die nötige Sicherheit sorgen. Der Ex-Minor Leaguer war zuletzt in Japan und Australien aktiv und spielte im vergangenen Jahr für Rouen beim Europa-Cup. Gegen Bonn stehen die Stealers gehörig unter Druck, der Tabellenfünfte aus Dortmund liegt nur einen Punkt hinter den Hanseaten und tritt zeitgleich bei den Pulheim Gophers an.
Auch die Bonn Capitals stellen beim World Port Tournament einige Nationalspieler. Tim Henkenjohann ist ja schon seit Jahren fester Bestandteil der Frady-Truppe, aber mit Jan Jacob und Max Schmitz wurden zwei talentierte Nachwuchsspieler für ihre starken Saisonleistungen belohnt. Schmitz entlastet Henkenjohann immer häufiger auf dem Mound und mit Mo Sckaer hat Trainer Mirko Heid einen weiteren starken Pitcher in der Hinterhand. Im zweiten Spiel bleibt Bryce Schoening gesetzt, obwohl der Amerikaner im Nachholspiel gegen Paderborn seine erste Saisonniederlage kassierte. In der Offensive sind die Bonner dank Flo Nehring, Chris Nsien und Bradley Roper-Hubbart das einzige Team, welches einigermaßen mit der Offense der Untouchables mithalten kann.
TIPP: Zwei Siege für den zweiten Platz der Capitals.
Pulheim Gophers
Dortmund Wanderers
Sonntag, 13 Uhr
Beim letzten Aufeinandertreffen trennten sich die Pulheim Gophers und Dortmund Wanderers mit einem Split. Im ersten Spiel setzten sich die Gophers deutlich durch, doch mit der knappen Niederlage danach begann eine elf Spiele dauernde Niederlagenserie für die Gophers.
Nach einer kleinen Schwächephase haben die Dortmund Wanderers den vierten Platz wieder fest in Sicht. Nur ein Sieg trennt das Team von Matt Kemp von den Play-off-Plätzen. Gegen den HSV verpasste man nach einem Split die Chance an den Stealers vorbeizuziehen. Dennis Stechmanns Form war zwar auch dort auf dem aufsteigenden Ast, aber nur drei Runs seiner Offensive waren zu wenig für einen Sieg. Im zweiten Spiel hatte Matt Kemp das Geschehen fest im Griff. Es ist also wahrscheinlich, dass das Duo auch gegen die Gophers als Starting Pitcher auf den Mound gehen wird.
In den letzten Spielen ging es zuletzt etwas aufwärts für das Team von Holger Meyrose. Zwei Siege aus den letzten vier Spielen ließen den Abstand zur Abstiegszone zumindest unverändert. In der vergangenen Woche sorgte dann die Nachricht von Tim Karkatselos (4 Wins, 4 Losses) Abschied für die nächste Unsicherheit. Der Grieche hinterlässt eine große Lücke auf dem Mound, die nun Andreas Kolbe und Sebastian Theobald schließen müssen. Im zweiten Spiel bleibt Ronnie Glunt trotz seiner Bilanz von nur zwei Siegen in neun Starts gesetzt. In der Offensive hängt vieles von Daniel Lamb-Hunt ab, der beste Schlagmann der vergangenen Saison erzielte in den letzten 12 Spielen immer mindestens einen Hit. In ähnliche Bereiche stößt bei den Gophers sonst nur Anderson Alvarez.
TIPP: Zwei Siege für Dortmund, die im besten Fall den vierten Platz bedeuten.










