Vorbericht Bundesliga Nord: Abstiegskampf im Schatten des WPT
Berlin Sluggers
Dohren Wild Farmers
Samstag, 13 Uhr
Für die beiden Teams vom Tabellenende zählen nur Siege. Die Wild Farmers könnten Anschluss an die Pulheim Gophers finden, während die Sluggers mit zwei Siegen erstmals seit Wochen vom letzten Tabellenplatz klettern könnten. Im Hinspiel trennte man sich mit einem Split, im ersten Spiel drehten die Sluggers mit sieben Runs in den letzten beiden Innings auf und setzten sich mit 10:8 durch. Danach blieben die Berliner gegen Dohren mit Garrett Rogers chancenlos und verloren mit 0:9.
Am vergangenen Wochenende hätte die Dohrener Überraschungsmaschine beinahe erneut zugeschlagen. Nachdem man im letzten Jahr schon zwei Spiele gegen die Solingen Alligators gewinnen konnte, hatten die Wild Farmers die Solinger im zweiten Spiel am Rande einer Niederlage. Letztendlich setzte sich der Favorit aber in zehn Innings mit 4:3 durch. Trotzdem ist der Verlauf des Spieltages ein Symbol für die Dohrener Saison. Nur im zweiten Spiel der Doubleheader konnte das Team aus der Lüneburger Heide bisher gewinnen. Denn dann steht Garrett Rogers auf dem Mound, der bis auf wenige Ausrutscher, der schwächsten Offense der Bundesliga Nord noch Chancen auf den Sieg gibt. Im ersten Spiel fehlt den Dohrenern dann die Tiefe im Bullpen, mehr als einmal wurden deutliche Führungen in den letzten Innings verspielt. Mit Jannis Wedemeyer haben die Wild Farmers zumindest eine weitere Alternative zum regulären Starter Thies Brunckhorst. Neben dem deutschen Pitching ist vor allem die schwache Offense eine große Baustelle beim Tabellensiebten. Außer den beiden Importspielern, Rogers und Rustico, schlägt kein Wild Farmer mit mindestens zehn Saisonspielen über 0.200 und auch der Teamschnitt liegt knapp unter der sogenannten Mendoza-Line.

Berlins Vater und Sohn Duo könnte gegen Dohren erstmals in der Bundesliga auflaufen (Foto: Berlin Sluggers)
Der Tabellenletzte aus Berlin hat ähnliche Probleme, jedoch auch Baustellen in den anderen Bereichen. Die Defensive der Sluggers ist die schwächste in der Liga und auch der Team-ERA ist höher als bei allen anderen Teams. Gerade das Infield der Berliner scheint noch nicht in der Bundesliga angekommen zu sein und mit einem Team-Fieldingaverage von 0.904 liegen die Sluggers schon um einiges schlechter in den Statistiken als das zweitschlechteste Team aus Pulheim (0.924). Es gibt also Grund zu wechseln und so könnte es zu einem Vater und Sohn Infield bei den Berlinern kommen. Walter Sacasa (44) wird voraussichtlich zusammen mit Sohn Nino (15) im Berliner Infield auflaufen. Ähnlich wie die Wild Farmers haben die Sluggers Probleme beim deutschen Pitching, doch anders als beim Tabellennachbar gibt es in Berlin keinen Garrett Rogers. Ales Keprta hat mit 5.77 zwar noch den niedrigsten ERA in seinem Team, aber verglichen mit anderen Spiel-2-Startern in der Liga, liegt der Tscheche eher am Tabellenende. Im ersten Spiel wechseln sich Iwan Galkin, Christian Pfeiffer, Oliver Knaack und neuerdings Thomas Bieber ab. Offensiv läuft es in Berlin etwas besser als bei den Wild Farmers, aber dem Teamnamen wird man in der Hauptstadt nicht wirklich gerecht. Außerdem sind die Berliner zuhause noch sieglos. “Es ist das Spiel der Spiele”, sagt Sluggers-Coach Sean Sullivan. “Wenn wir nicht gewinnen, wird der Abstand zum rettenden Ufer einfach zu groß. Bitter könnte für Sullivan der Ausfall von Kellen Kmiecik im Abstiegskrimi werden. Der Amerikaner zog sich gegen Paderborn eine Oberschenkelverletzung zu und sein Einsatz am Wochenende ist mehr als fraglich.
TIPP: Stillstand im Abstiegskampf mit einem Split.








