Vorbericht Bundesliga Nord: Wanderers und Stealers im Fernduell um Platz vier
(tkd) Nach dem World Port Tournament in Rotterdam startet die 1. Bundesliga Nord in den Saisonendspurt. Vier Spieltage vor Schluss sind die Untouchables Paderborn fest für die Play-offs qualifiziert. Sollten sowohl die HSV Stealers, als auch die Dortmund Wanderers verlieren, haben die Bonn Capitals die Chance den letzten Schritt in die K.O.-Runde zu machen.
Die Capitals treffen am Samstag auf die Wanderers und haben es somit in der eigenen Hand, während die Solingen Alligators ebenfalls am Samstag die Berlin Sluggers zu Gast haben werden. Die Stealers empfangen die Dohren Wild Farmers zum Nordduell und der einzige Doubleheader am Sonntag startet bei den Untouchables, die auf die Pulheim Gophers treffen.
HSV Stealers
Dohren Wild Farmers
Samstag, 13 Uhr
Die Wild Farmers werden sich gerne an das Hinspiel gegen die HSV Stealers erinnern. Nach sieben Niederlagen in Folge zum Saisonauftakt gelang gegen die Hamburger der erste Saisonsieg mit 14:4. Dabei wurden die Stealers wieder ihrem Ruf als Splitkönige der Liga gerecht. Momentan liegt das Team von Jens Hawlitzky knapp hinter den Dortmund Wanderers außerhalb der Play-off-Plätze.
Die Wild Farmers kämpfen wie erwartet gegen den Abstieg. Doch mit zwei Siegen vor der Sommerpause haben sich die Dohrener ein kleines Polster vor den Berlin Sluggers erarbeitet. Dabei kassierten die Wild Farmers zum ersten Mal weniger als fünf Runs in einem Spiel mit deutschem Pitcher. Der junge Jannis Wedemeyer konnte gegen Berlin überzeugen und auch Thies Brunckhorst scheint als Reliever besser aufgehoben zu sein. Im zweiten Spiel bleibt Garrett Rogers das Maß aller Dinge und fuhr gegen Berlin seinen fünften Win ein. Damit bleibt die Offensive die größte Baustelle bei den Wild Farmers, dank der starken Leistung gegen Berlin kletterte der Team-Average zumindest wieder über die Mendoza-Linie (0.200).
Die HSV Stealers wollen gegen Dohren zum Angriff auf den verlorenen Play-off-Platz starten. Dabei wird Justin Staatz sein Heim-Debüt geben, der sich in seinem ersten Spiel in Bonn dem starken Bryce Schoening geschlagen geben musste. Im ersten Spiel bieten sich René Herlitzius und Daniel Harms als Starting Pitcher für Trainer Hawlitzky an. Fehlen wird aber der zweite Harms Bruder, Eric. Er ist momentan bei der Junioren-Europameisterschaft im Einsatz. Offensiv liegen die Stealers knapp über dem Durchschnitt in der Liga. Brehan Murphy, Jakub Vojak und Max Warren führen die Schlagreihe der Hansestädter an.
TIPP: Zwei Heimsiege für den HSV, wenn Staatz so gut drauf ist, wie bei seiner Premiere.
Dortmund Wanderers
Bonn Capitals
Samstag, 13 Uhr
In Dortmund kommt es zum Duell zweier Play-off-Kandidaten. Die Bonn Capitals können mit zwei Siegen sogar schon einen Platz in der K.O.-Runde sichern, während die Wanderers noch den Atem der Stealers im Nacken spüren. Im Hinspiel setzte sich das Team von Mirko Heid zweimal souverän gegen Matt Kemps Dortmunder durch.
Neben Tim Henkenjohann und Moritz Sckaer haben zwei weitere Capitals-Spieler internationale Erfahrung beim WPT in Rotterdam sammeln können. Max Schmitz und Jan Jacob gaben ihren Einstand in der deutschen Nationalmannschaft. Schmitz absolvierte 5.1 Innings auf dem Mound mit einem ERA von 6.75, während Jacob in drei Spielen zum Einsatz kam und einen Hit in zehn At-Bats gelang. Henkenjohann gab über knapp sieben Innings nur einen Run gegen starke Niederländer ab und musste sich dennoch geschlagen geben. Auch gegen den Turniersieger aus Taiwan zeigte der Rechtshänder eine gute Leistung (2 ER in 5.0 IP), die nicht belohnt wurde. Ähnlich ärgerlich war der Auftritt von Mo Sckaer, der im zehnten Inning den Loss gegen Kuba hinnehmen musste, auf einen Unearned Run bei zwei Aus. In der Liga stehen Heid also genug starke Pitcher für das deutsche Spiel zur Verfügung und Bryce Schoening zeigte sich vor der Pause in überragender Form.
Auch am Schlag läuft es insgesamt ordentlich für die Capitals. Bradley Roper-Hubbart führt die Schlagreihe der Bonner um Jon Marshall, Chris Nsien und Jan Jacob an. Etwas abgekühlt ist Flo Nehring, seit seinen vier Hits gegen Pulheim gelangen ihm nur zwei Hits in den folgenden fünf Spielen.
Wie schon im Vorjahr rennen die Dortmund Wanderers einem schwachen Saisonstart hinterher, doch mit sechs Siegen auf den letzten sieben Spielen hatte sich das Team kurz vor der WPT-Pause erstmals wieder auf einen Play-off-Platz geschoben. Der Vorsprung auf die HSV Stealers beträgt aber nur einen Sieg und könnte im schlimmsten Fall schon dieses Wochenende aufgebraucht sein. Im direkten Vergleich liegen die Dortmunder aber knapp vor den Stealers. Das Pitching übernimmt bei den Wanderers ein Trio. Dennis Stechmann und Marco Dietsch kümmern sich in der Regel um das erste Spiel und Spielertrainer Kemp steigt im zweiten Spiel auf den Mound.
Die Offensive liegt nur minimal hinter der Schlagreihe der Capitals. Vor allem Elliot Biddle und Daniel Groer erzeugen die größte Gefahr für das gegnerische Pitching. Beide haben einen Schlagdurchschnitt jenseits der 0.400-Grenze.
TIPP: Spiel eins geht klar an Bonn und im zweiten Spiel könnte sich Schoening gegen Kemp durchsetzen, wenn er seine Pre-WPT-Form halten konnte.
Solingen Alligators
Berlin Sluggers
Samstag, 13 Uhr
Am Weyersberg werden ausnahmsweise am Samstag die Schläger geschwungen. Die Berliner hatten aufgrund der weiten Anreise um einen Samstagstermin gebeten. Im Hinspiel setzte es zwei Niederlagen für die Sluggers, die jedoch einigermaßen mithalten konnten gegen den großen Favoriten aus Solingen.
Nach den zwei Niederlagen gegen die Dohren Wild Farmers droht das Abenteuer Bundesliga für die Berlin Sluggers schon nach einem Jahr zu enden. Drei Siege liegen die Berliner hinter dem Relegationsplatz und auf einen Nichtabstiegsplatz sind es bereits vier. Für Trainer Sean Sullivan gibt es noch einige Baustellen, wenn der Klassenerhalt noch erreicht werden soll. Die Defensive hat die schlechteste Quote der Liga, auch gegen Dohren hatten sechs Errors großen Anteil an den beiden Niederlagen. Ein Wechsel von Christian Pfeiffer zu Iwan Galkin als Starting Pitcher hat im ersten Spiel keine großen Veränderungen gebracht. Im zweiten Spiel hat Ales Keprta Probleme an seine Form der vergangenen Jahre anzuknüpfen und wird auch zu oft von seinem Feld im Stich gelassen. In der Offensive erreicht kein Slugger einen Batting Average über 0.300, nur Benji Kleiner liegt knapp unter dieser Grenze mit seinem Average von 0.292.
Die Solingen Alligators können nach der kurzen Pause auf einen vollen Kader zurückgreifen. Neuzugang JD Scholten nutzte die Pause für einen Kurzaufenthalt in den USA und André Hughes überzeugte beim WPT auf dem Mound. Auch die anderen Nationalspieler der Alligators zeigten gute Leistungen in Rotterdam, dem jungen Florian Götze gelang sogar das RBI zur zwischenzeitlichen Führung gegen die Niederlande. Auch wenn es in den letzten Spielen besser lief für Solingen, ist man vorgewarnt: „Gegen die Alligators legen sich alle Teams komischerweise immer besonders ins Zeug. Anscheinend ist es eine besondere Herausforderung für unsere Gegner gerade gegen uns gewinnen zu wollen“, warnt Assistenz-Coach Dieter Dahmann. Auf dem Mound werden Hughes und Scholten die jeweiligen Starts bekommen. Am Schlag spielen die Alligators in einer anderen Liga. Gleich sieben Schlagleute haben einen Schnitt über 0.300 und Chris Beck kam seit seiner Rückkehr sogar auf einen Schnitt von 0.474.
TIPP: Solingen behält mit zwei Siegen den zweiten Platz im Visier.
Untouchables Paderborn
Pulheim Gophers
Sonntag, 13 Uhr
Bei den Untouchables Paderborn wird man sich ungern an das Aufeinandertreffen mit den Pulheim Gophers in der Vorsaison erinnern. Mit 1:2 und 1:3 unterlagen die favorisierten U’s gegen den Außenseiter. In der Hinserie lief es besser für das Team von Stefan Fechtig. Mit 12:0 und 13:2 setzte man sich bei den Gophers durch.
Den Pulheim Gophers droht im Saisonendspurt die Luft auszugehen. Mit zarten Play-off-Ambitionen waren die Gophers in die Saison gestartet, doch die Lücke von Markus Solbach konnte im ersten Spiel nicht geschlossen werden. Tim Karkatselos versuchte sich ohne Erfolg daran und hat die Gophers schon wieder verlassen. Drei Neuzugänge aus den Niederlanden sollen die Gophers im Abstiegskampf helfen. Doch gegen Dortmund konnten Churandy Jr La Cruz (OF), Neomar Matheu (1B) und Sergio Paulina (C) die Wende noch nicht herbeiführen und es setzte zwei deutliche Niederlagen. Bryan Roberts wird durch Paulina als Catcher entlastet und könnte somit, wie im Vorjahr, vermehrt als Starting Pitcher im zweiten Spiel auflaufen. Am Schlag setzen weiterhin Anderson Alvarez und Daniel Lamb-Hunt die nötigen Schläge, beide haben einen Average über 0.400.
Für die Untouchables Paderborn läuft in diesem Jahr alles rund. Das Team von Stefan Fechtig stellt die beste Offensive und das beste Pitching. Mit nur sechzehn eingesetzten Spielern und vier verschiedenen Pitchern setzt Fechtig vor allem auf Kontinuität und weniger auf Rotation. Auf dem Mound finden sich mit Daniel Hinz, Eugen Heilmann und Brian Fields drei der fünf besten Pitcher (ERA) in der Bundesliga Nord. Heilmann machte mit seinen starken Leistungen gegen Kuba beim WPT auf sich aufmerksam. Der Nationalmannschaftsroutinier gab in zwei Auftritten gegen die Kubaner nur zwei Earned Runs in neun Innings ab. Mit Jendrick Speer, Björn Schonlau und Mitch Franke gehörten die U’s zu den besten Schlagleuten der deutschen Mannschaft in Rotterdam. Auch in der Liga ist die Offensive, wie schon so oft, das Maß aller Dinge in der Bundesliga Nord.
TIPP: Eine Wiederholung der Pulheimer Erfolge aus dem Vorjahre wäre diesmal eine noch größere Sensation – zwei klare Siege für Paderborn.











