Vorbericht Bundesliga Nord: Spitzenspiel am Weyersberg
(tkd) In der 1. Baseball-Bundesliga steht im Norden am Wochenende der vorletzte Spieltag an. Noch ist ein Play-off-Platz zu vergeben und auch die Platzierungen auf den Plätzen eins bis drei sind noch einigermaßen offen. Am Samstagabend könnte zumindest der letzte Play-off-Platz vergeben sein. Die HSV Stealers treffen auf die Pulheim Gophers und zeitgleich erwarten die Dortmund Wanderers die Dohren Wild Farmers im Hoeschpark. Mit zwei Siegen gegen Dohren wären die Wanderers sicher in den Play-offs, unabhängig von den Ergebnissen aus Hamburg.
Einen Tag später können die Untouchables Paderborn ausgerechnet bei den Solingen Alligators den ersten Nordmeistertitel seit 2005 sichern. Ein Sieg würde reichen um die letzten rechnerischen Zweifel am Titel zu beseitigen. Ebenfalls am Sonntag treffen die Bonn Capitals auf die Berlin Sluggers. Die Bonner könnten durch Paderborner Schützenhilfe wieder zurück auf Platz zwei rutschen.
Solingen Alligators
Untouchables Paderborn
Sonntag, 13 Uhr
Mit 10:5 und 7:6 hatten sich die Untouchables Paderborn im Hinspiel gegen die Solingen Alligators durchgesetzt. Seit dem haben die Solinger nur eines der letzten zehn Spiele verloren und sich somit zumindest noch eine Minimalchance auf den Nordmeistertitel erhalten.
Doch dazu müssten die Solinger nicht nur den direkten Vergleich gewinnen, sondern die Untouchables müssten auch noch ein Spiel gegen die HSV Stealers abgeben, die Paderborn im Hinspiel mit 16:3 und 15:1 besiegte. Für die Untouchables reicht sogar nur ein Sieg aus dem Doubleheader gegen Solingen um den Titel endgültig zu sichern. Ausgerechnet vor dem Topspiel leistete sich das Team von Stefan Fechtig aber einen kleinen Durchhänger. Das deutsche Pitching gab im ersten Spiel erstmals mehr als sechs Runs in einem Spiel ab und die stärkste Offensive der Liga kam im zweiten Spiel gegen Matt Kemp zu keinem Zeitpunkt richtig ins Spiel. Trotzdem werden Eugen Heilmann, der am Sonntag seinen zehnten Saison-Win einfahren könnte, und Daniel Hinz im ersten Spiel zum Einsatz kommen und auch Brian Fields bleibt im zweiten Spiel gesetzt. Fehlen wird erstmal nur der Trainer, der noch seine Sperre für seinen Platzverweis in der Schlussphase des Spiels gegen Dortmund absitzen muss.
Acht Siege und vier Niederlagen lautete die Bilanz der Solinger nach den beiden Niederlagen im Hinspiel und das Team vom Weyersberg hat seit dem eine Serie von neun Siegen in zehn Spielen hingelegt. Dabei kam man, wie auch der Gegner, gegen Dortmund nur zu einem Split. In der vergangenen Woche ging es gegen die Pulheim Gophers, die deutlich besiegt werden konnten. Trotzdem bleibt ein wenig Grund zur Sorge, denn J.D. Scholten erwischte einen eher wackeligen Start gegen die Gophers und kassierte vier Runs in vier Innings. Dafür überzeugte die Offensive, angeführt von Chris Beck (2 Homeruns) in beiden Spielen. Scholten wird das zweite Spiel starten, während André Hughes den Start im ersten bekommt. Sebastian Bernards und Jens Cornelsen stehe im Bullpen als Reliever bereit.
TIPP: Split am Weyersberg macht Untouchables endgültig zum Nordmeister 2011.
Dortmund Wanderers
Dohren Wild Farmers
Samstag, 13 Uhr
Der Samstag steht in der 1. Bundesliga Nord ganz im Zeichen des Kampfes um Platz vier. Die Wanderers haben gegen Dohren die Möglichkeit mit zwei Siegen das dritte Play-off-Ticket im vierten Bundesligajahr zu sichern. Und während sich die Dortmunder ein Fernduell mit den Hamburgern liefern, will Dohren den Abstand auf die Pulheim Gophers und den Relegationsplatz weiter vergrößern.
Die Dohren Wild Farmers haben momentan einen Lauf, fünf der letzten sechs Spiele konnten die Wild Farmers gewinnen. Lässt man die Doubleheader gegen Solingen und Paderborn außen vor, sind es sogar acht Siege in zwölf Spielen. Dabei beruht der Erfolg vor allem auf einem starken Garrett Rogers im zweiten Spiel, der mit einer Statistik von sieben Wins und fünf Niederlagen noch die Bilanz von Vince DeCoito (8-5) aus dem Vorjahr toppen kann. Hinzu kommt der Pitcherwechsel im ersten Spiel. Thies Brunckhorst blüht als Reliever richtig auf und Jannis Wedemeyer oder Jan Hassenpflug zeigten als Starter gute Leistungen.
Am vergangenen Wochenende sicherten sich die Dortmund Wanderers den nächsten Split gegen eine Mannschaft von der Tabellenspitze. Da die HSV Stealers bei den Berlin Sluggers patzten, gibt der Sieg in Paderborn den Wanderers nun die Möglichkeit den Play-off-Einzug schon an diesem Wochenende klar zu machen. Dennis Stechmann und Matt Kemp werden die Partien auf dem Mound beginnen. In der Offensive setzen vor allem Daniel Groer und Elliot Biddle die größten Akzente. Groer war beim 3:2-Sieg gegen Paderborn an zwei der drei Dortmunder Runs beteiligt.
TIPP: Es könnte ein tolles Duell zwischen Rogers und Kemp werden – Am Ende machen die Wanderers den Play-off-Einzug aber perfekt.
HSV Stealers
Pulheim Gophers
Samstag, 13 Uhr
Nach den überraschenden Niederlagen gegen Dohren und Berlin ist der Play-off-Zug für die Stealers zu gut wie abgefahren. Für Pulheim setzte sich gegen die Solingen Alligators der wochenlange Abwärtstrend fort, nur zwei Siege aus den letzten 21 Spielen stehen für die Gophers in den Statistiken.
Nach dem Abgang von Tim Karkatselos ist man in Pulheim weiter auf der Suche nach einem Starter im ersten Spiel. Gegen Solingen entschied sich Trainer Holger Meyrose für Kevin Faries, nachdem eine Woche zuvor Merlin Mendel (15 earned Runs in 6 IP) seine Premiere in Paderborn auf dem Mound gab. Gleich in seinem ersten Bundesliga-Inning auf dem Mound musste Faries dann sechs Runs hinnehmen und gleich elf Batter an den Schlag lassen. Zwar fand der 30-jährige danach besser ins Spiel, aber eine echte Alternative bleibt er damit nicht. Ähnlich verlief das Pitching-Debüt vom besten Schlagmann der vergangenen Saison. Daniel Lamb-Hunt musste ebenfalls gleich im ersten Innung sieben Runs einstecken und konnte eine weitere Niederlage nicht verhindern. Ohne feste Starting Pitcher wird es schwer für die Pulheimer den Relegationsplatz zu verlassen und im Hinblick auf die Playdowns müssen die Gophers sogar das Tabellenschlusslicht aus Berlin im Auge behalten.
Dohren, Berlin und jetzt Pulheim, eigentlich meinte es der Spielplan ziemlich gut mit dem Team von Jens Hawlitzky im Endspurt um die Play-off-Ränge. Doch nach der Doppelniederlage gegen Dohren und der Last-Minute-Niederlage gegen Berlin stehen die Hamburger schon mit einem Bein in den Playdowns. Mit Pulheim steht nun der nächste vermeintlich leichte Gegner auf dem Programm. Bei den Starting Pitchern gibt es für Hawlitzky kaum Grund etwas zu ändern. René Herlitzius und Justin Staatz liefern gute Leistungen, nur die Unterstützung durch die Offensive fehlte vor allem in den Spielen von Herlitzius.
TIPP: Trotz zweier Heimsiege geht es für die Stealers in die Playdowns.
Bonn Capitals
Berlin Sluggers
Sonntag, 13 Uhr
In der Bonner Rheinaue kommt es am Sonntag zum Duell der ehemaligen gegen die aktuelle Hauptstadt. Im Hinspiel hatten die Capitals zweimal deutlich mit 11:0 gesiegt. Die Sluggers konnten am vergangenen Wochenende den ersten Heimsieg einfahren und haben in den Playdowns die Möglichkeit die rote Laterne doch noch abzugeben.
Daran könnten auch zwei Niederlagen in der Rheinaue nichts ändern. Dass sich die Berliner aber noch keinesfalls aufgegeben haben mussten vergangene Woche die Stealers erfahren. Auf dem Mound hatte ein starker Iwan Galkin seine Mannschaft im Spiel gehalten und Benji Kleiner hatte seinen seinen einzigen Hit des Tages für den richtigen Moment im zehnten Inning aufgehoben. In Bonn wird Galkin höchstwahrscheinlich als Starter ins Spiel gehen. Pfeiffer und Knaack sind als Reliever vorgesehen. Ob Ales Keprta wieder an Bord sein wird, oder eventuell erneut Kellen Kmiecik oder doch wieder Knaack den Start im zweiten Spiel bekommen werden ist offen.
Auch Bonns Trainer Mirko Heid hat Probleme auf dem Mound. Mit Tim Henkenjohann, Bryce Schoening, Moritz Sckaer und Max Schmitz hat der Coach vier potentielle Starter in seinem Kader, aber nur zwei Spots zu vergeben. In Dohren wurde das Luxusproblem mit Henkenjohann als Reliever gelöst. Die 3:6-Niederlage zeugt nicht unbedingt vom Erfolg dieses Ansatzes. Trotz der überraschenden Niederlage gegen die Wild Farmers können die Capitals mit zwei Siegen auf Platz zwei rutschen, wenn die Untouchables zweimal als Sieger vom Platz am Weyersberg gehen. So könnte dann ein Split im Abschlussdoubleheader gegen die Solingen Alligators reichen um den Heidenheim Heideköpfen in der ersten Play-off-Runde aus dem Weg zu gehen.
TIPP: Bundesstadt siegt zweimal gegen Bundeshauptstadt.







