Spieler der Woche: Bryce Schoening (Bonn Capitals)
(tkd) 5.2 IP, 7R, 6ER, 13H, 1HR, mehrere 2B, ein Walk, 1 Hit-by-Pitch – Das sind die Statistiken des Spielers der Woche. Es war also kein guter Tag für den Pitcher der Bonn Capitals. Zwar hat er diese Zahlen auch gegen die Heidenheim Heideköpfe gesammelt, doch sind es die Stats aus dem Play-off-Viertelfinale 2010. Dort hatten sich die Bonn Capitals sang und klanglos nach drei deutlichen Niederlagen verabschiedet und auch Bryce Schoening war mit einem ERA von 9.53 chancenlos gegen den Meister von 2009.
Doch die Capitals haben sich dieses Jahr stark verbessert und Schoening ist das Sinnbild dieses Wandels. 2010 kam der Amerikaner auf nur fünf Wins und sieben Niederlagen und blieb besonders bei seinem Play-off-Debüt blass. Ein Jahr später liefert der Linkshänder seit Saisonbeginn konstant überdurchschnittliche Leistungen ab und holte sich acht Siege bei drei Niederlagen. Am Samstag folgte dann sein Meisterstück beim 10-Inning-Complete Game gegen die favorisierten Heideköpfe.

Bryce Schoening setzt in seinem zweiten Jahr in Deutschland immer wieder Highlights in der Bonner Rheinaue (Foto: Droste, P.)
Und die große Frage ist und bleibt: “Wie schafft er das?”. Schoenings Fastball ist alles andere als beeindruckend und Dortmunds Amerikaner Matt Kemp hat in der regulären Saison mehr als doppelt so viele Strikeouts geworfen. Aber der ruhige Pitcher hat eine unglaubliche Kontrolle und gehört zu den Werfern, bei der die gegnerische Offensive denkt: “Gleich kommt das große Inning in dem man die wichtigen Hits landet”, nur um dann zu merken, dass das Spiel bereits vorbei ist.
Neben seiner beeindruckenden Leistung auf dem Mound (10 IP, 2ER, nur zwei Innings mit mehr als vier Battern) zeigte der unscheinbare 24-Jährige spektakuläre Plays im Feld. Gleich das erste Inning beendete er indem der den Ball mit dem Handschuh hinter dem Rücken aufnahm und zum Aus am ersten Base warf. Beim Stand von 3:3 im neunten Inning folgte die nächste Glanztat. Ein Comebacker zischte Richtung Schoening und der Amerikaner konnte mit Mühe den Handschuh zum Ball bringen. Der Ball von Nationalspieler Simon Gühring war jedoch so hart geschlagen, dass der Handschuh von Schoenings Hand flog und der Ball zwischen Mound und Firstbase liegen blieb. Schoening reagierte blitzschnell und beendete das Play mit einem Wurf zum ersten Base.
Nach der Pleite 2010 war es eigentlich eher unerwartet, dass die Capitals gegen die Heidenheimer mehr als einen Sieg holen würden, doch dank Schoenings Auftritt haben die Bonner den Favoriten in die Enge getrieben und so hat das Team von Mirko Heid große Chancen auf die erste Halbfinalteilnahme seit den Play-offs 1999.







