Vorbericht Bundesliga Play-offs: Entscheidung am Samstag oder Überstunden am Sonntag
(tkd) In den Play-offs steht in der Bundesliga das Wochenende der Entscheidungen an. Die Best-of-Five-Serien im Viertelfinale um die deutsche Meisterschaft werden am Samstag mit den Spielen drei und, falls nötig, vier fortgesetzt. Sollte eine Serie über fünf Spiele gehen, wird dieses am Sonntag (13 Uhr) stattfinden.
In drei der vier Serien führt ein Team bereits mit zwei Siegen und nur bei Mainz gegen Solingen ist ein viertes Spiel schon jetzt garantiert. In Regensburg wollen die favorisierten Legionäre gegen die Dortmund Wanderers die Entscheidung im dritten Spiel schaffen, um einem weiteren Duell mit Matt Kemp aus dem Weg zu gehen. Die Untouchables Paderborn gehen nach den deutlichen Siegen in Haar als großer Favorit in das Heimspiel gegen die Disciples. Favorit waren die Heidenheim Heideköpfe zu Beginn der Play-offs auch, nach den beiden knappen Niederlagen in Bonn steht der Meister von 2009 schon am Rande des Ausscheidens.
Untouchables Paderborn
Haar Disciples
Samstag, 13 Uhr
Auch bei der zweiten Play-off-Teilnahme der Vereinsgeschichte droht den Haar Disciples das schnelle Aus in der ersten Runde. Nach den beiden deutlichen Heimniederlagen steht der Außenseiter mit dem Rücken zur Wand und darf sich im Ahornpark keine Niederlage mehr leisten. Die Untouchables Paderborn stehen vor dem dritten Halbfinaleinzug in Serie.
Das Team von Chris Dresel ging ohnehin schon als Außenseiter in die Play-off-Serie gegen den Nordmeister aus Paderborn. Die Verletzung von Ted Gieschen hat die Lage der Disciples nicht wirklich verbessert. Gregor Klinc ist der Ersatz für Gieschen, falls dieser noch nicht wieder Einsatzbereit ist oder Dresel entscheidet sich für Nationalpitcher Nils Hartkopf, der in dieser Saison aber häufiger als Reliever zum Einsatz kam. So unwahrscheinlich ein viertes Spiel ist, dort wäre Paco Garcia als Starting Pitcher gesetzt und über ein fünftes Spiel machen sich die Disciples dann frühestens am Samstagabend Gedanken.
Die Untouchables Paderborn haben in der Münchener Vorstadt gezeigt, dass das Viertelfinale nur eine Durchgangsstation für sie ist. Mit Eugen Heilmann als Starting Pitcher und Daniel Hinz als Reliever sind die Untouchables bestens gerüstet. Es bleibt eher unwahrscheinlich, dass Brian Fields im Ahornpark überhaupt auf den Mound muss. In der Offensive zeigte sich in Haar Mitch Franke mit seinen zwei Homeruns bereits in bester Play-off-Form.
TIPP: Untouchables gönnen den Fans nur ein Heimspiel
Buchbinder Legionäre Regensburg
Dortmund Wanderers
Samstag, 13 Uhr
Die Dortmund Wanderers warten auch bei der dritten Play-off-Teilnahme weiter auf den ersten Sieg. Nachdem das Team von Matt Kemp bereits zweimal sieglos gegen die Heidenheim Heideköpfe geblieben war, sind es in diesem Jahr die Buchbinder Legionäre, die den Wanderers den Erfolg verweigern.
Besonders im ersten Spiel zeigte sich fast ein Klassenunterschied zwischen den beiden Teams. Das deutsche Pitching der Wanderers kam nie ins Spiel. Vor allem Reliever Marco Dietsch erwischte gegen die Legionäre Offensive einen rabenschwarzen Tag. Trotzdem wird Dietsch wieder im Bullpen bereitstehen um Starting Pitcher Dennis Stechmann bei Bedarf abzulösen. Sollte den Dortmundern ein Sieg gelingen, wird Kemp den Mound im zweiten Spiel übernehmen. Im Hinspiel konnte der Amerikaner die Partie zwar knapper gestalten, doch zu verhindern war die 1:4-Niederlage nicht.
Die Legionäre können in der heimischen Armin-Wolf-Arena bereits im dritten Spiel die Entscheidung herbeiführen. Trotz der deutlichen Siege im Hinspiel ist das Team von Martin Helmig vorgewarnt und wird den Gegner nicht unterschätzen. In den letzten Play-offs überraschten die HSV Stealers und zwangen die Legionäre zu Überstunden. Im ersten Spiel bleibt Mike Bolsenbroeck gesetzt und im zweiten Spiel stehen Boris Bokaj und Justin Kuehn bereit, die schon im Hoeschpark zum Einsatz kamen. Offensiv setzte in Dortmund Evan LeBlanc vor allem im zweiten Spiel die Highlights, so war LeBlanc mit seinem RBI-Single und Solo-Homerun an der Hälfte der Regensburger Runs beteiligt.
TIPP: Auch in Regensburg gibt es nur ein Spiel für die Zuschauer
Heidenheim Heideköpfe
Bonn Capitals
Samstag, 13 Uhr
In der Bonner Rheinaue erlebten die Heidenheim Heideköpfe einen schwarzen Samstag. Im Vorjahr hatten sich die Heideköpfe noch problemlos gegen die Bonn Capitals in drei Spielen durchgesetzt, doch in diesem Jahr droht dem Team von Troy Williams das Aus im Viertelfinale.
Großen Anteil am Doppelerfolg der Bonner hatte dabei der US-Amerikaner Bryce Schoening mit seiner starken Leistung über zehn Innings beim 4:3-Sieg der Capitals. Obwohl Schoening so gut in Form ist, wäre es Mirko Heid lieber den Linkshänder nicht mehr im Viertelfinale bringen zu müssen. Um die Entscheidung im dritten Spiel herbeizuführen wird Heid auf Tim Henkenjohann als Starting Pitcher setzen. Offen ist, ob Moritz Sckaer und Max Schmitz beide am Samstag als Reliever eingesetzt werden sollen, da sowohl Sckaer, als auch Schmitz als potentielle Starter für ein mögliches fünftes Spiel in Frage kommen. In der Offensive waren es wie gewohnt Jon Marshall und Bradley Roper-Hubbart, die die Akzente setzten.
Die Heidenheim Heideköpfe stehen vor dem ersten Viertelfinalaus seit den Play-offs 2005. Das Team von Troy Williams leistete sich in Bonn im ersten Spiel eine entscheidende Schwächephase beim 7-Run-Inning der Bonner. Dabei sind die Heideköpfe im Bullpen mit Martin Almstetter und Markus Winkler blendend aufgestellt um Starting Pitcher Aljoscha Schattmann rechtzeitig zu entlasten. Almstetter erwischte gegen Bonn keinen guten Tag und fing sich erst nachdem die Bonner bereits entscheidend davonziehen konnten. Williams hofft für das dritte Spiel noch auf einen Einsatz von Martin Dewald, der extra aus den USA anreisen würde. Dusty Bergman bleibt für ein eventuelles viertes Spiel gesetzt und neben Almstetter und Winkler ist Peter Dankerl noch eine Alternative für ein mögliches fünftes Spiel am Sonntag.
TIPP: Drei Niederlagen am Stück sind eher unwahrscheinlich – Bonn im Halbfinale
Solingen Alligators
Mainz Athletics
Samstag, 13 Uhr
Die Zuschauer am Solinger Weyersberg sind die Einzigen, denen am Samstag zwei Spiele garantiert sind. In Mainz trennten sich Athletics und Alligators mit einem Split und so geht die Viertelfinal-Serie mindestens über vier Spiele. Das letzte Mal trafen beide Teams in den Play-offs 2009 aufeinander, damals setzten sich die Alligators deutlich in drei Spielen durch.
„Jetzt fahren wir nach Solingen und werden dort die nötigen Siege holen,“ so lautet die Vorgabe von Athletics Trainer, Ulli Wermuth und nennt auch gleich die Gründe für seine Prognose: „Wir sind die bessere Mannschaft und werden das packen.“ Im Hinspiel hat es für die A’s zu einem Split gereicht. Im ersten Spiel machte sich die fehlende Tiefe im Bullpen der Mainzer bemerkbar. Tim Stahlmann verließ als Starter beim Stand von 4:5 den Mound und musste mitansehen, wie die Alligators gegen Manuel Möller auf 4:12 davonzogen. Stahlmann wird auch in Solingen als Starter ins Spiel gehen und Pat Haugen bleibt Starting Pitcher im zweiten Spiel des Tages. Möller, Max Doll und Max Boldt sind die weiteren Alternativen. Im Hinblick auf ein eventuelles fünftes Spiel muss sich Wermuth also entscheiden, wer am Samstag als Reliever in Frage kommt.
Bereits 2008 kehrten die Solingen Alligators mit einem Split aus Mainz zurück und setzten sich dann mit zwei ungefährdeten Heimsiegen gegen die Athletics durch. Ein Jahr später ging es noch schneller mit einem 3-0 nach drei Spielen im Viertelfinale. Die Spannung dürfte am Samstag vor allem im zweiten Spiel liegen. J.D.Scholten und Pat Haugen werden sich ein enges Duell liefern. Beim deutschen Pitching sind die Alligators im dritten Spiel mit André Hughes überlegen. Interessant wird es werden, ob Trainer David Tuizer Jens Cornelsen als möglichen Starter eines fünften Spiels schont. Neben Cornelsen kommen noch Sebastian Bernards und Robin Drache als Reliever in Frage. Sollte es eine langwierige Angelegenheit am Weyersberg werden, hat Dominik Wulf erst kürzlich gezeigt, dass er noch ein paar Innings im Arm hat.
TIPP: Spannende Serie in Solingen, aber die Alligators setzen sich durch, notfalls in fünf Spielen








