Vorbericht Finale 2011: Comeback und schnelles Ende im Ahorn-Ballpark
(tkd) Zum ersten Mal seit fünf Jahren kann der deutsche Meister der 1. Baseball-Bundesliga aus dem Norden der Republik kommen. Die Untouchables Paderborn führen nach zwei knappen Siegen (4:3 und 1:0) in der Armin-Wolf-Arena mit 2-0 in der Best-of-Five-Finalserie gegen den Titelverteidiger, Buchbinder Legionäre Regensburg. Es wäre der siebte Meistertitel für Paderborn und der erste seit dem Weggang von Martin Helmig, der jetzt bei den Legionären das Zepter übernommen hat.
Die Buchbinder Legionäre müssen beide Spiele in Paderborn gewinnen, um noch eine Chance auf die dritte Meisterschaft der Vereinsgeschichte zu haben. Dabei wissen die Legionäre nur zu gut, dass eine 2-0-Führung schnell aufgebraucht ist. Im letzten Jahr unterlagen die Legionäre nach zwei Heimsiegen zweimal in Heidenheim und konnte die Meisterschaft erst im fünften Spiel einfahren. In der Saison 2007 kam es sogar noch schlimmer, nach zwei Heimsiegen gegen Mainz folgten drei Pleiten in Folge und die Vizemeisterschaft für die Legionäre.
Sollten die Untouchables die Serie am Wochenende entscheiden wäre es die erste Finalserie seit 2006, die nicht über alle fünf Spiele geht.
Untouchables Paderborn
Buchbinder Legionäre Regensburg
Spiel 3: Samstag, 13 Uhr
Spiel 4: Sonntag, 13 Uhr (falls nötig)
Knapp 2.500 Besucher sahen am vergangenen Wochenende zwei Finalspiele auf dem höchstem Niveau, in denen sich die Gäste aus Paderborn zweimal knapp durchsetzen konnten. “Es ist jetzt nicht einfacher, da wir das Heimrecht hergegeben haben, aber wir sind trotzdem noch voll dran”, zeigte sich Legionäre Trainer Martin Helmig noch optimistisch nach dem zweiten Spiel am vergangenen Sonntag. Untouchables 1. Vorsitzender Uwe Diedam hingegen schätzt die Erfolgschancen seines ehemaligen Trainers eher gering ein und geht fest vom Titel aus: “”Ich erwarte ein hochklassiches Spiel und gehe davon aus, das am Samstag die Entscheidung zu unseren Gunsten fällt.”
Der Erfolg in Regensburg lag vor allem in den Händen der beiden Starting Pitcher, Eugen Heilmann und Brian Fields, auf Seiten der Untouchables. Heilmann hielt zehn Innings durch und wurde von seiner Offensive zur rechten Zeit unterstützt, während Fields schon der minimalste Runsupport genügte. Dabei darf man nicht vergessen, dass die Paderborner mit Daniel Hinz noch einen weiteren hochkarätigen Pitcher zur Verfügung haben.
Doch auch das Starting Pitching der Legionäre war nicht das Problem in den ersten beiden Spielen. Mike Boelsenbroek wirkte bis zum siebten Inning nahezu unantastbar und auch Justin Kuehn hielt die stärkste Offensive der Play-offs an der kurzen Leine. Mit den Relievern Boris Bokaj, Rodney Gessmann und Philipp Hoffschild hat Trainer Martin Helmig auch noch einige Optionen im Bullpen.

Zehn Innings blieb Heilmann auf dem Mound und zementierte so seinen Ruf als Marathonmann bei den Untouchables (Foto: Eisenhuth, G.)
Während der Unterschied auf dem Mound nur minimal zwischen beiden Teams war, zeigten sich die entscheidenden Faktoren am Schlag. Acht von neun Schlagleuten landeten im ersten Spiel mindestens einen Hit bei den Untouchables, bei den Legionären waren es nur die ersten Vier der Line-Up und Christopher Howard, die den Ball erfolgreich ins Spiel brachten. Dazu schaffen es die Paderborner von Stefan Fechtig auch wichtige Hits hintereinander zu Platzieren. Fünf der insgesamt zehn Hits im ersten Spiel kamen im starken siebten Inning und wurden zu drei Runs genutzt.
Im zweiten Spiel machten dann Kleinigkeiten den Unterschied aus. Die Entscheidung fiel im sechsten Inning, als Fechtig nach einem Lead-off-Single von Julius Uelschen einen Sacrifice Bunt anordnete und Matt Martin in der Folge mit seinem Single Uelschen vom zweiten Base scoren ließ. Im Halbinning zuvor hatten die Gastgeber ebenfalls den Lead-off-Schlagmann auf Base gebracht, doch anstatt eines Sacrifice Hits setzte es ein Doubleplay und der folgende Single von Enzo Muschlik verpuffte wirkungslos. Und auch im neunten Inning schafften es die Legionäre nicht den Läufer in Scoring Position bei einem Aus über die Platte zu bringen.

Ratlose Gesichter im Dugout der Legionäre nach den beiden Niederlagen gegen Paderborn (Foto: Eisenhuth, G.)
Es waren diese kleinen Unterschiede, die den Untouchables zu zwei Siegen verholfen haben. Jedoch waren diese Differenzen nur minimal und so wundert es nicht, dass Helmig sich vorsichtig optimistisch gibt: “Ich habe Respekt vor den Untouchables, es ist eine super Mannschaft und sie haben beste Leistungen abgeliefert. Aber auch wir sind stark, haben Topspieler und starke Nerven. Die Serie ist noch nicht zu Ende, es werden auch in Paderborn sehr interessante Spiele mit offenem Ende!” und auch Co-Trainer Martin Brunner glaubt an eine Rückkehr in die Armin-Wolf-Arena: “Man muss drei Spiele gewinnen, wann man die gewinnt ist unerheblich.”
Der Start des dritten Spiels ist am Samstag um 13 Uhr in Paderborn, dabei sind Mike Boelsenbroek und Eugen Heilmann die vorgesehenen Starter. Im Falle eines Regensburger Sieges folgt Spiel vier am Sonntag ab 13 Uhr. Starting Pitcher wären wahrscheinlich Justin Kuehn und Brian Fields. Ein eventuelles fünftes Spiel würde eine Woche später wieder in Regensburg stattfinden. Alle Partien können wieder live im Internet verfolgt werden im Live-Ticker des DBV.









