Baseball Hit

Dukes gegen Cardinals: Ein feinster Baseball-Krimi

Die Jülich Dukes haben Respekt. Fast schon Angst. So spielen die Dukes auch gegen den Gegner. Die Cardinals aus Köln – ein großer Verein mit Bundesligabeteiligung. Ein Spiel, wie David gegen Goliath. Und Goliath lässt sich nicht so schnell einschüchtern. Die Cardinals punkten schon im ersten Inning zielstrebig. Und es passiert das, was passieren muss. Die Dukes müssen sich zusammen reißen. Eine völlig neue Situation für die Spieler aus Jülich.
Die ersten drei Innings ist der Kampfgeist der Jülich Dukes noch im Pausenmodus. Aber dann schlagen die Herren, die in der Nähe vom Barmener See trainieren, zurück. Kai Kaufmann punktet als erstes für die Dukes. Ein zartes Aufbäumen oder Glückstreffer? Um ein Ausrufezeichen dahinter zu setzen, laufen dann kurzerhand Sebastian Schütz, Tommy Moll und Michael Felder über die Homeplate nach Hause. Ein Krimi, wie er im Buche steht beginnt. Es ist das vierte Inning. Alles ist noch offen. Jede Mannschaft kann das erste Spiel mit einem Sieg beenden. Und die große Frage steht auf dem Feld:
Wer behält jetzt die Nerven?
Die Kölner ziehen alle Register und werfen in die Wagschale, was die Reservebank hergibt. Goliath zeigt, wie der Schläger schwingen kann. Aber es sind die Jülich Dukes, die im sechsten Inning wieder punkten. Tommy Moll läuft erneut über die Homeplate. Und dann zeigen die Kölner doch noch was sie können und ziehen sich mit aller Gewalt wieder ins Spiel zurück. Zwei Kölner Spieler punkten. Aber der Wandel im Spiel ist zu spät gekommen. Es reicht nicht für die Kölner. David hat das erste Spiel gewonnen. Mit einem nicht so glaskaren, dafür aber hart erkämpften Sieg von 5:3.
Herzrasen vorprogrammiert
Das erste Spiel noch in den Knochen geht es für alle Spieler nach einer kurzen Pause weiter. Das ist bei den Baseball-Spielen in der Verbandsliga üblich. Es werden immer zwei Spiele hintereinander gespielt. Und jetzt wissen beide Mannschaften ganz genau, worauf sie sich einlassen. Die Kölner Cardinals wissen, dass sie es mit den Jungs aus der Kleinstadt nicht auf die leichte Schulter nehmen können. Und die Jülicher – die haben ihre Angst tief in die Trainingstaschen gesteckt und zeigen jetzt, was sie drauf haben. Und das direkt im ersten Inning.
Sebastian Schütz, der erste Schlagmann, haut den Ball an den Spielern vorbei bis an den Zaun. Die Cardinals können nur noch mit offenen Mund den Ball einsammeln. Schütz läuft bis zur dritten Base. Er ist schon auf der Zielgeraden, kann die Homeplate von diesem Standpunkt aus sehr gut sehen. Pascal Caspers geht an den Schlag. Er tritt die Asche vorsichtig mit seinen Füßen weg. Sein Blick geht zum Pitcher. Er ist total im Baseballtunnel. Und der Kölner Pitcher setzt an – Pascal schlägt. Es wird eher eine sogenannte „Gurke“. Ein Ball, der sehr hoch fliegt, dafür aber nicht besonders weit. Die Kölner können den Ball aus der Luft noch fangen. Ein kurzer Blick zur dritten Base. Schütz steht aber schon längst nicht mehr dort. Der hat seine Gelegenheit genutzt und sitzt mit einem Punkt im Gepäck schon wieder im Dugout der eigenen Mannschaft. Zwischenstand 1:0 für die Dukes.

Was dann folgt, lässt Fingernägel auf ein Minimum schrumpfen – ein wahrer Baseball-Krimi beginnt. Die beiden Mannschaften geben alles. Die Offensive, wie auch die Defensive bringt sich an die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit. Es gibt keinen Platz für Fehler. Die nächsten 90 Minuten ziehen sich, wie Kaugummi. Gehen aber genauso schnell vorbei, wie ein guter Actionfilm. Die Spieler der Cardinals fahren sich gegenseitig an. Es will einfach nicht klappen. Weder für die Jülich Dukes, noch für die Cardinals aus Köln. Nach sieben Innings wird es dann nochmal knapp. Die Cardinals dürfen nachschlagen. Die Zuschauer stehen auf den Bierbänken. Jeder fiebert mit. Egal, ob Dukes Fan oder Kölner Anhänger. Nach drei „Out“ durch Mika Kehls steht es schwarz auf grün auf der kleinen Anzeigetafel hinten im Feld. Die Jülich Dukes haben gewonnen. Mit einem einzigen Punkt.